Der Verdächtige im Fall Maddie verbüßt eine Haftstrafe in Kiel. Foto: Carsten Rehder/dpa
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Der Verdächtige im Fall Maddie verbüßt eine Haftstrafe in Kiel. Foto: Carsten Rehder/dpa

Ermittler prüfen

Parallelen zwischen Fällen Maddie und Inga?

Vor gut fünf Jahren verschwand die damals fünfjährige Inga aus einem Wald im nördlichen Sachsen-Anhalt. Umfangreiche Ermittlungen konnten ihr Schicksal nicht aufklären. Helfen Ermittlungen im Fall Maddie jetzt weiter?

Stendal (dpa) - Die dreijährige Maddie aus Großbritannien verschwand aus einer Appartementanlage in Portugal, die fünfjährige Inga in der Nähe von Stendal im Norden Sachsen-Anhalts - nun prüfen Ermittler, ob es einen Zusammenhang zwischen den Fällen der zwei kleinen blonden Mädchen gibt.

Die Staatsanwaltschaft Stendal teilte am Freitag mit, im Zusammenhang mit dem Tatverdacht gegen einen Deutschen im Fall Maddie werde nach Anhaltspunkten für Zusammenhänge zum Fall Inga gesucht. Die Frage sei auch, ob sich daraus ein Anfangsverdacht gegen den Tatverdächtigen ergebe. Weitere Details wurden nicht genannt. Die Ermittlungen liefen.

Mittwochabend hatten Bundeskriminalamt (BKA) und Staatsanwaltschaft Braunschweig überraschend bekannt gegeben, dass der mehrfach vorbestrafte 43 Jahre alte Deutsche im Fall Maddie unter Mordverdacht steht. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Braunschweig geht davon aus, dass das am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwundene Mädchen tot ist. Was tatsächlich geschah, ist bislang nicht bewiesen.

Ebenso unklar ist, was mit Inga geschah, als sie am 2. Mai 2015 aus einem Wald bei Stendal scheinbar spurlos verschwand. In den Ortsteil Wilhelmshof hatte sie mit ihrer Familie aus Schönbeck einen Ausflug gemacht. Man wollte Holz für ein Lagerfeuer suchen. Nachdem Inga nicht zurückkehrte, startete eine riesige Suchaktion auf dem gut 3500 Hektar großen Gelände, Hubschrauber wurden eingesetzt, ebenso wie besonders sensible Suchhunde. Inga blieb wie vom Erdboden verschluckt. Umfangreiche Ermittlungen konnten den Fall bislang nicht klären.

Die "Magdeburger Volksstimme" berichtete am Freitag über Verbindungen des Beschuldigten im Fall Maddie nach Sachsen-Anhalt. Er soll ein Grundstück im Landkreis Börde besessen haben. Dort fanden Beamte den Informationen der Zeitung zufolge im Februar 2016 einen USB-Stick mit Kinderpornografie. Damals hätten Ermittler auch Spuren mit denen im Fall Inga abgeglichen, berichtete die "Volksstimme". Es hätten sich keine brauchbaren Hinweise ergeben.

Die Zeitung berichtet ebenfalls von einem Parkplatzrempler des Mannes auf der A2 bei Helmstedt genau einen Tag vor Ingas Verschwinden am 2. Mai. Der Beschuldigte im Fall Maddie sei zwischen Braunschweig und Börde gependelt. Der Ort, an dem Inga verschwand, liegt mit etwa 100 Kilometern in nordöstlicher Richtung abseits der Route.

Nach Angaben der Ermittler lebte der Beschuldigte zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve, darunter einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. Immer wieder pendelte er zwischen Deutschland und Portugal, wurde in beiden Ländern mehrmals straffällig.

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