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Der Verurteilten war das Leben der werdenden Mutter egal, als sie auf deren Bauch einstach, um das Baby zu töten

Um das Baby zu töten

Mordversuch an schwangerer Freundin

Oldenburg - Sie waren die besten Freundinnen - bis die eine schwanger vom Bruder der anderen wurde. Um das Baby zu töten, stach die junge Frau der werdenden Mutter mit einem Küchenmesser in den Bauch.

Dafür muss sie nun sechs Jahre in Jugendhaft. Wegen Mordversuchs muss die 20-Jährige jetzt eine Jugendstrafe von sechs Jahren verbüßen. Dass ihre Freundin dabei ebenfalls sterben könnte, sei ihr egal gewesen, urteilte das Landgericht Oldenburg am Donnerstag. Sie wollte das Kind töten, hatte die junge Frau bei der Polizei gestanden.

In Handschellen führten Justizangestellte die kleine, gedrungene Frau in den Gerichtssaal. Regungslos verfolgte sie anschließend die Urteilsbegründung. Was sie zu dieser unfassbaren Tat getrieben hat, konnte auch die Gerichtsverhandlung nicht eindeutig klären. „Es bleibt die Frage: Was war in dem Kopf der jungen Frau in dem Moment los?“, sagt der Vorsitzende Richter Dirk Reuter. „Man konnte nur schwer in ihr Seelenleben vordringen.“

Seit Jahren waren die Täterin und ihr Opfer befreundet. Doch dann verliebte sich die Freundin in den älteren Bruder der Täterin. Die beiden wurden ein Paar, bald erwarteten sie ein Kind. Damit änderte sich alles. Die heute 20-Jährige hatte schon länger Probleme mit ihrer Familie. Mit dem Glück ihrer Freundin und ihres Bruders sei sie nicht zurechtgekommen, sagte Richter Reuter.

dpa

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