Mordversuch zwischen Berliner U-Häftlingen

Berlin - Zwei Berliner Untersuchungshäftlinge sind im Knast aneinandergeraten. Seinen schlafenden Mithäftling attackierte der Angreifer so sehr, dass er sich jetzt wegen Mordversuchs verantworten muss.  

Gegen einen von beiden werde jetzt zusätzlich wegen versuchten Mordes ermittelt, so der Berliner Justizsprecher Martin Stelter am Mittwochabend. Bei dem Angreifer handelt es sich um den mutmaßlichen Doppelmörder, der am 4. August im Berliner Ortsteil Wedding zwei Frauen in einem Auto auf offener Straße erschossen haben soll. Der angegriffene Mann soll wiederum am 17. September im U-Bahnhof Kaiserdamm einen Mann attackiert haben, der bei der Flucht in ein Auto rannte und getötet wurde.

Beide Kriminalfälle hatten über Berlin hinaus für großes Aufsehen gesorgt. Justizsprecher Steltner sagte der Nachrichtenagentur dpa, er sehe in dem Angriff in der Haft nach dem Stand der Ermittlungen aber “keinen direkten Zusammenhang der Fälle“. Das Motiv für den Angriff ist unklar.

Der Tatverdächtige des Weddinger Falls sitzt wegen des Vorwurfs des Mordes in zwei Fällen und des versuchten Mordes in drei Fällen in Untersuchungshaft. Die Tat Anfang August verlief spektakulär. Der Mann hatte längere Zeit einem Auto aufgelauert, in dem seine 24 Jahre alte Ex-Frau saß.

Er schoss auf den Wagen und tötete die 45 Jahre alte Mutter und eine 22-jährige Schwester der Frau. In dem Kugelhagel wurde auch ein 27 Jahre alter Bruder schwer verletzt. Die Ex-Frau des Mannes sowie ein Mann in dem Wagen blieben unverletzt. Die genauen Hintergründe der Beziehungstat sind noch nicht geklärt. Der Mann soll bereits im September 2010 seiner Ex-Frau und seiner Schwägerin mit dem Tod gedroht haben.

Gegen den Mann wird nun zusätzlich wegen versuchten Mordes ermittelt: Nach Angaben von Justizsprecher Martin Steltner soll der Mann in der Nacht zum 5. Dezember in der Justizvollzugsanstalt Moabit bei einem Angriff einen Mitgefangenen schwer am Kopf verletzt haben. Der mutmaßliche Täter soll dem schlafenden Opfer mit einem Kochtopf mehrmals mit erheblicher Wucht auf den Kopf geschlagen haben. Der angegriffene Häftling musste im Krankenhaus behandelt werden, sitzt inzwischen aber wieder in Untersuchungshaft.

Der Angegriffene muss sich verantworten wegen des Vorwurfs der Körperverletzung mit Todesfolge. Bei einer Attacke von drei Männern gegen zwei weitere Männer war ein 23-Jähriger in Panik aus einem U-Bahnhof vor den Schlägern geflüchtet. Auf der Straße wurde er von einem Auto angefahren und tödlich verletzt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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