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Das Bild eines Tigers, der ein Kalb angreift, gehört zu den besonders eindrucksvollen Mosaiken der römischen Antike.

Mosaiken: Faszinierende Kunstwerke aus unzähligen Steinen

Sie sind meist so filigran, dass man genau hinschauen muss, um die einzelnen Steinchen zu erkennen: Antike Mosaiken sind Meisterwerke aus Millionen Einzelteilen. Heute wäre die Arbeit, die in den berühmtesten Mosaiken der Griechen und Römer steckt, unbezahlbar.

Wasserbecken, Säulen, komplette Wand- und Bodenbereiche – in der griechischen und römischen Antike waren riesige Flächen mit Mosaiken bedeckt. Herrschaftliche Paläste, repräsentative Villen und zahlreiche andere Gebäude wurden aufwändig damit geschmückt. Der Luxus ging sogar noch weiter: Julius Cäsar zum Beispiel legte auch auf seinen Feldzügen Wert auf eine prachtvolle Ausstattung seines Gemachs. Er ließ einen mobilen Mosaik-Fußboden mitführen, der zusammen mit seinem Zelt auf- und abgebaut wurde.

Die Entstehung der Mosaiken

Wann und wo genau die Gattung entstand, können die Archäologen nicht eindeutig belegen. In Mesopotamien, Ägypten und anderen Gebieten gab es bereits im dritten Jahrtausend vor Christus kunstvolle Verzierungen aus zusammengesetzten Steinen. Diese sind allerdings mehr als Einlegearbeiten oder Verkleidungen zu verstehen und haben mit Mosaiken im klassischen Sinn wenig zu tun.

Nach Angaben des römischen Gelehrten Plinius des Älteren entstanden die ersten Mosaiken im antiken Griechenland. Zunächst setzten die Griechen helle und dunkle Kiesel zu Mustern zusammen. Nach und nach verfeinerten sie die Technik: Bunte Steine und Glaswürfel wurden zurechtgeschnitten, sogar mit Gold wurde gearbeitet. Faszinierende Kunstwerke entstanden aus Millionen Einzelteilen. Die berühmtesten Mosaiken hat der Hirmer Verlag jetzt in einem eigenen Band zusammengestellt: Der Kunstband „Griechische und römische Mosaiken“ präsentiert einen reich bebilderten Überblick über die Gattung vom Hellenismus bis zur Spätantike.

Weltberühmt: das Alexandermosaik

Eines der berühmtesten Mosaiken der Welt ist das sogenannte Alexandermosaik. Das mehrere Quadratmeter große Bild wurde 1831 bei Ausgrabungen in Pompeji entdeckt. Es ist ein Höhepunkt der antiken Mosaikkunst: Aus Millionen winziger, farbiger Steine – die Seiten der Steine messen nicht mehr als fünf Millimeter – ist eine riesige Schlachtszene zusammengesetzt. Auch das Motiv ist berühmt: Alexander der Große siegt über König Dareios III. und vernichtet so eines der mächtigsten Reiche dieser Zeit – Persien.

In der Antike Sklavenarbeit, heute unbezahlbar

Heute ist die immense Arbeit, die in einem solchen Kunstwerk steckt, kaum vorstellbar. Entwürfe wurden gezeichnet, Steinchen zurechtgeschnitten, Estrich vorbereitet und vieles mehr. In der Antike war der Aufwand für die vielen Arbeitsschritte bezahlbar – wohl deshalb, weil oft Sklaven für die Erstellung der Mosaiken zuständig waren. Da deren Arbeitskraft nicht entlohnt wurde, war es unerheblich, dass so manche kunstvolle Mosaik-Verzierung erst nach mehreren Monaten fertiggestellt wurde.

Der unvorstellbare Aufwand ist wahrscheinlich ein Grund dafür, dass nach und nach immer weniger Mosaiken hergestellt wurden – sie verschwanden mit den Sklaven. Seit etwa 1000 nach Christus gilt die Mosaikkunst als ausgestorben. Vereinzelt finden sich moderne Mosaiken im Kunsthandwerk, in der Gartengestaltung oder als Wandverzierungen. Im Vergleich zur Antike ist ihre Bedeutung allerdings gering.

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