Moskau: Fremdenhass mutmaßliches Motiv für Bombenanschlag

- Moskau - Bei dem Bombenanschlag auf einen belebten Moskauer Markt mit zehn Toten und mehr als 50 Verletzten geht die örtliche Justiz von Fremdenhass als Motiv aus. Die drei festgenommenen Studenten seien bereits früher durch extremistische Taten aufgefallen, sagte der Staatsanwalt der russischen Hauptstadt, Juri Sjomin, am Dienstag der Nachrichtenagentur Interfax. Zuvor hatte Sjomin auch einen rein kriminellen Hintergrund auf dem Markt im nordöstlichen Stadtteil Tscherkisowo nicht ausgeschlossen.

Generalstaatsanwalt Juri Tschaika sagte, er vermute einen Terrorakt oder einen Hintergrund der organisierten Kriminalität.

Unter den Toten identifizierten die russischen Behörden wenigstens fünf Chinesen und einen Vietnamesen. 35 Verletzte wurden nach Angaben der Moskauer Stadtverwaltung am Dienstag noch in Krankenhäusern behandelt. Elf von ihnen schwebten nach dem Anschlag vom Montag in Lebensgefahr.

Händler hatten kurz nach der Explosion zwei Verdächtige festhalten, die angeblich eine Tasche mit der Bombe vor einem Imbissstand abgestellt hatten. Sjomin gab am Dienstag die Festnahme eines dritten mutmaßlichen Täters bekannt.

Die festgenommenen jungen Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren, hatten die Bombe nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft selbst gebaut. Die Moskauer Zeitung "Kommersant" schrieb, Sicherheitskräfte beobachteten immer häufiger, dass junge Rechtsextremisten auf eigene Faust Anschläge planten. Einen effektiven Schutz gebe es dagegen nicht, zitierte das Blatt einen Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB in Moskau. Wahrscheinlich gehörten auch die drei Tatverdächtigen in die Kategorie der Einzeltäter.

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