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Motassadeq auf freiem Fuß

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- Karlsruhe/Hamburg - Die Bundesanwaltschaft hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Hamburg eingelegt, den verurteilten Terrorhelfer Mounir El Motassadeq zunächst nicht in Haft zu nehmen. Die Hamburger Richter hatten beschlossen, dass Motassadeq bis zur abschließenden Entscheidung über das Strafmaß auf freiem Fuß bleiben darf.

Es gebe zwar einen erhöhten "Fluchtanreiz" für den 32-Jährigen, doch habe Motassadeq bislang alle Auflagen befolgt, erklärte das OLG. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte Motassadeq zuvor wegen Beihilfe zum vielfachen Mord verurteilt. Er soll den Selbstmordpiloten des 11. September 2001 geholfen haben.

Die Bundesanwälte argumentierten hingegen, der Marokkaner sei rechtskräftig verurteilt worden. "Das OLG hat zu stark auf das rechtsreue Verhalten des Angeklagten abgestellt", sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Frank Wallenta, der dpa in Karlsruhe. Motassadeqs Familie habe Deutschland zudem "vor relativ kurzer Zeit" verlassen. Einen Zeitpunkt für eine Entscheidung über die Beschwerde gebe es noch nicht. "Allen müsste aber klar sein, dass das jetzt eher eine eilige Sache ist", sagte Wallenta.

Der BGH in Karlsruhe hatte das Urteil gegen den Unterstützer der Selbstmord-Piloten am Donnerstag drastisch verschärft. Der 32-Jährige ist danach auch der Beihilfe zum Mord in 246 Fällen schuldig.

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