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Schaufensterpuppen in Unterwäsche sollen aus den Modeläden in Mumbai verschwinden.

Schutz vor Vergewaltigung?

Mumbai will Schaufensterpuppen verbieten

Mumbai - Schaufensterpuppen in Unterwäsche sieht man in nahezu allen Modegeschäften der Welt. In Mumbai sollen sie aber bald verschwinden.  Was kurios klingt, hat einen ernsten Hintergrund.

Einen entsprechenden Entschluss hat der Stadtrat der der indischen Millionen-Metropole verabschiedet, nun muss noch der Verwaltungschef zustimmen. Die Maßnahme soll Frauen vor sexuellen Übergriffen schützen, weil manche Männer von den leicht bekleideten Puppen angeregt würden, so Ratsfrau Ritu Tawde. Frauen fühlten sich durch diese Art der Darstellung leicht bekleideter Frauenkörper als Objekte dargestellt und öffentlich herabgewürdigt, sagte sie einer indischen Nachrichtenseite. Zudem entspreche es nicht der indischen Kultur.

Gegner des Mannequin-Banns reagierten mit Unverständnis. Sie glauben nicht an einen Erfolg der Maßnahme. "Wir leben im 21. Jahrhundert, wo Pornos - Filme und Bilder - im Internet frei verfügbar sind. Da spielen Schaufensterpuppen keine Rolle mehr", zitiert dawn.com den Präsidenten des indischen Einzelhandels-Verbands. In indischen Tempeln wie dem in Khajuraho seien Sexualität, Nacktheit und sogar Geschlechtsverkehr mit Tieren dargestellt, argumentieren Gegner laut der britischen Zeitung TelegraphDie Botschaft eines entsprechenden Verbotes sei, dass die Frauen sich ändern müssten, nicht die Einstellung der Männer, sagte ein indischer Modemacher der indischen Nachrichten-Webseite. Sollte der Vorschlag gesetzlich umgesetzt werden, werde man dagegen vorgehen.

Mehrere Vergewaltigungsfälle hatten in dem Land in den vergangenen Monaten eine Diskussion über die Rechte und den Schutz von Frauen ausgelöst.

hn/AP

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