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Eine Mitarbeiterin von Sotheby's steht neben  Edvard Munchs Meisterwerk "Der Schrei".

Der letzte "Schrei" sorgt für Kritik

Es ist eines der bekanntesten Gemälde der Welt: Die einzige noch im Privatbesitz befindliche Verions von Edvard Munchs "Der Schrei" kommt unter den Hammer. Die Auktion sorgt aber für Ärger.

Vor der Versteigerung von Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ kommt das Auktionshaus Sotheby's in die Kritik. Experten rechnen mit einem Weltrekord, wenn eines der bekanntesten Gemälde des Künstlers unter den Hammer kommt. Die Nachfahren des jüdischen Kunstsammlers Hugo Simon halten die bevorstehende Versteigerung durch Sotheby's aber für unmoralisch.

Rafael Cardoso, der in Brasilien lebende Urenkel des Sammlers, sagte der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwochausgabe): „Wir sind mit dem Verkauf nicht einverstanden.“ Sein Vorfahr sei in der Nazizeit aus Deutschland geflohen und habe das Bild im Exil aus Not verkauft. „Wir meinen, es ist eine wichtige moralische Angelegenheit, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren“, sagte Cardoso. Er, sein Bruder und seine Mutter sind die einzigen lebenden Nachfahren des Sammlers.

Der heutige Besitzer des Gemäldes, der norwegische Industrielle Petter Olsen, will die vierte und einzige in Privatbesitz befindliche Version von Munchs „Schrei“ am 2. Mai bei Sotheby's in New York versteigern. Der Schätzpreis ist mit 80 Millionen Dollar (60 Millionen Euro) der höchste, der je für ein Pastell angegeben wurde.

Cardoso sagte, Sotheby's und der jetzige Eigentümer Olsen seien sich über die fragwürdige Provenienz des Bildes offenbar im Klaren. Olsens Anwälte hätten den Simon-Nachkommen angeboten, 250.000 Dollar für einen gemeinnützigen Zweck zu spenden, wenn sie der Versteigerung zustimmten. „Wenn sie keine ethischen Bedenken hatten, warum kamen sie überhaupt mit dem Angebot?“, fragte Cardoso. Er und seine Verwandten hätten das Angebot abgelehnt. „Es ist offensichtlich, dass Hugo Simon dieses Gemälde unter Zwang verkauft hat, vermutlich unter Wert“, sagte Simons Urenkel. „Sicher wurde jeder Vermögensgegenstand, den er in diesen Jahren verkaufte, verkauft, um zu überleben.“

dapd

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