Den Mund zugenäht

Caracas - Bei Zusammenstößen zwischen rivalisierenden Häftlingsbanden sind in einem Gefängnis in Venezuela sieben Männer getötet worden. Inzwischen hat sich die Lage wieder entspannt. Grund für derlei Revolten sind die schlechten Haftbedingungen.

Wie Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten, ereigneten sich die mehrstündigen Kämpfe am Montag in der Haftanstalt von Tocorón im zentralen Bundesstaat Aragua. Fünf Männer seien schwer verletzt worden. Die Häftlinge hätten unter anderem Schusswaffen und Granaten eingesetzt, hieß es.

Die Lage war den Angaben zufolge am Dienstag wieder "völlig unter Kontrolle". Erst am vergangenen Donnerstag hatten sich 118 Insassen in Tocorón laut Medien aus Protest gegen die schlechten Haftbedingungen und gegen Misshandlungen durch Zellengenossen und Wachpersonal den Mund zugenäht. Sie forderten die Verlegung in bessere Gefängnisse.

Venezuela hat insgesamt rund 26 000 Häftlinge in 30 Gefängnissen. Die Haftbedingungen gelten als sehr schlecht. Im vergangenen Jahr starben nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mindestens 498 Insassen eines gewaltsamen Todes. Auch in anderen Ländern der Region sind überfüllte Gefängnisse, Gefangenenrevolten mit Todesopfern sowie Misshandlungen der Insassen durch das schlecht ausgebildete Wachpersonal keine Seltenheit.

dpa

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