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„Wird prekär für das Virus“: Drosten prophezeit das Ende der Corona-Pandemie

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Von: Kathrin Reikowski

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Virologe Christian Drosten
Dem Virologen Christian Drosten zufolge ist das Ende der Pandemie in Sicht. © Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Christian Drosten sagt: „Die Lage für das Virus wird prekär. Das ist gut.“ Mit ein paar Mutationen könne das Virus das „Spiel nicht mehr komplett drehen“.

Berlin - Schnell aufeinanderfolgende Corona-Virus-Wellen, die bald brechen - für Christian Drosten ist die derzeitige Corona-Dynamik in Deutsschland das „Zeichen für das kommende Ende der Pandemie.“ In einem Interview mit der Zeit sagt der Virologe: „Die Lage für das Virus wird prekär. Das ist gut. Es ist nicht mehr so, dass das Virus mit ein paar Mutationen das Spiel komplett drehen könnte.“

Drosten ist auch optimistisch, was die weitere Entwicklung der Pandemie angeht: Denn inzwischen reichen laut Drosten schon „kleine Einflussfaktoren wie eine Wetteränderung“, um eine Welle anzuschieben oder brechen zu lassen. Eine Art Spätsommer Mitte Oktober habe die Zahlen sofort zum Sinken gebracht. Grund dafür sei, dass der R-Faktor sich bei 1 eingependelt habe. Auch ohne große Schutzmaßnahmen würden sich aktuell nur wenige Menschen bei Infizierten anstecken.

Corona in Deutschland: Drosten rechnet nicht mit starken Mutationen

Bei der aktuellen Lage rund um Corona in Deutschland rechne er kurzfristig auch nicht mit einer wirklich bösen Überraschung in Form einer gefährlicheren Variante von Sars-CoV-2: „Das Virus kann an vielen Stellen in seiner Evolution nicht mehr ohne Weiteres zurück.“ Es sei ein wenig festgefahren und optimiere gegenwärtig nur nach.

Ein wenig Sorge bereite ihm nur die Situation in China. Für eine große „Revolution“ brauche das Virus hohe Fallzahlen. Und das könne in China bald der Fall sein. „Ich würde nicht ausschließen, dass dort in puncto Evolution noch einmal ein Sprung passiert. Ich erwarte es aber nicht in nächster Zeit“, sagte Drosten.

Drosten sieht zwei Szenarien für den Winter

Der Verlauf des Winters hängt für den Virologen auch davon ab, welche Corona-Variante sich als nächstes durchsetzt: „Gerade nehmen gleich zwei Omikron-Varianten Anlauf: BF.7 und BQ.1.1.“ Sollte der Omikron-Abkömmling BQ.1.1 dominant werden, „könnte der Winter noch einmal schwierig werden“, sagte Drosten. Grund dafür ist, dass BQ.1.1 eine zusätzliche Immunflucht habe. Er sehe aber auch die Möglichkeit einer sanften Winterwelle.

Nach wie vor spricht er sich für Impfungen aus, auch wenn man nach den ersten Zulassungsstudien zu früh „gefeiert“ habe: „Omikron ist nicht mild, das ist ein großer Irrtum. Nicht ein weniger krank machendes Virus hat die Omikron-Welle so viel milder gemacht, sondern die Impfung. Das haben wir in Hongkong gesehen, wo es in einer ungeschützten Bevölkerung in der Omikron-BA.1-Welle viele, viele Tote gab – man musste aggressiv reingehen und das sofort stoppen“, meint Drosten.

Aber selbst wenn man sich künftig häufiger mit Corona infiziere, sei das Risiko, schwer zu erkranken, geringer: „Wenn ein neues Virus erstmals auf eine ungeschützte Erwachsenenbevölkerung trifft, kommt es zu unvorhersehbaren Immunreaktionen, wie wir sie bei Long Covid sehen. Bei endemischen Viren infiziert man sich erstmals in der Kindheit, da ist die Immunreaktion anders. Bald gilt das auch für Sars-CoV-2“, so Drosten. (dpa/kat)

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