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Ein palästinensischer Beduine untersucht die Überreste eines Zeltes in Samiya, einem Dorf in der Westbank. Mutmaßlich wurde es von jüdischen Exfremisten in Brand gesetzt.

"Rabbiner für Menschenrechte" berichten

Mutmaßlicher Brandanschlag jüdischer Extremisten auf Beduinen-Lager

Tel Aviv - Ein von Beduinen genutztes Lagergebäude im besetzten Westjordanland ist in der Nacht zum Donnerstag mutmaßlich von jüdischen Extremisten in Brand gesetzt worden.

Wie die Gruppe "Rabbiner für Menschenrechte" berichtete und mit Fotos belegte, sprühten die Täter auf einen Felsen neben einem Davidstern die Worte "Administrativ-Rache". Damit wollten sie offenbar einen Bezug zur Administrativhaft herstellen, die in den vergangenen Tagen gegen drei junge Israelis verhängt worden war, die der Verwicklung in Gewaltakte gegen Palästinenser und christliche Kirchen verdächtigt werden. 

Die Polizei bestätigte am frühen Donnerstagmorgen die Entdeckung der Parolen, wollte aber zur Ursache des Feuers noch keine Angaben machen. "Zum Glück befanden sich in dem Zeltbau, in dem Tierfutter lagerte, zum Tatzeitpunkt keine Menschen", sagte ein Sprecher von "Rabbiner für Menschenrechte". Diese von jüdischen Rechtsgelehrten und Religionsschülern gebildete israelische Nichtregierungsorganisation setzt sich insbesondere für die Belange der Beduinen und palästinensischen Bauern im besetzten Westjordanland ein, die häufig in Landnutzungskonflikte mit israelischen Siedlern verwickelt sind. 

Die Lage ist dort besonders angespannt, seit am 31. Juli ein palästinensisches Wohnhaus von jüdischen Extremisten in Brand gesetzt wurde. Ein Kleinkind und sein Vater starben, die Mutter und ein Vierjähriger erlitten schwerste Verletzungen. Die Ermittlungen von Polizei und Geheimdienst im radikalen Siedlermilieu brachten bisher noch keinen Durchbruch. 

afp

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