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Die Verhaftung von Arkadiusz L., genannt „Hoss“.

Österreich will Auslieferung

Mutmaßlicher Enkeltrick-Erfinder schweigt vor Gericht

In Polen muss sich der mutmaßliche Chef der Enkeltrick-Mafia vor Gericht verantworten. "Hoss" gilt als Erfinder der Betrugsmasche. Jahrelang soll er damit auch deutsche und österreichische Senioren um ihr Geld gebracht haben.

Warschau - Der mutmaßliche Kopf der international agierenden Enkeltrick-Mafia hat vor Gericht in Polen die Aussage verweigert. Am Mittwoch begann in Posen (Poznan) der Prozess gegen den Polen Arkadiusz L., genannt „Hoss“. Die polnische Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz mithilfe der Masche Hunderttausende Euro von Senioren erbeutet zu haben.

Der Angeklagte wollte sich nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP nicht zu den Vorwürfen äußern. Ein zuvor während der Ermittlungen abgelegtes Geständnis habe „Hoss“ vor Gericht nicht kommentiert, hieß es. Der 49-Jährige war im März in Warschau von der Polizei gefasst worden, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Auch Österreich ermittelt gegen den Mann. Die dortige Polizei schätze den Schaden im deutschsprachigen Raum sogar auf bis zu eine Milliarde Euro. Österreich fordert seine Auslieferung.

Die Komplizen von „Hoss“ waren polnischen Behörden zufolge überwiegend Familienmitglieder. In Polen stehen auch Schwester und Bruder des Mannes vor Gericht.

„Hoss“ gilt als Erfinder des Enkeltricks. Bei der Masche gaukeln Betrüger ihren meist älteren Opfern am Telefon vor, ein Verwandter zu sein, um diese im Verlauf des Gesprächs zu Geldzahlungen zu bewegen.

dpa

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