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Mutmaßlicher Kindermörder voll schuldfähig

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- Celle/Stade - Marc Hoffmann, der mutmaßliche Mörder der Kinder Levke und Felix aus Niedersachsen, ist voll schuldfähig. Das hat die Generalstaatsanwaltschaft Celle am Donnerstag unter Berufung auf ein fachärztliches Gutachten mitgeteilt. Inzwischen sei gegen den 31-Jährigen Anklage wegen Mordes und schweren sexuellen Missbrauchs vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Stade erhoben worden. Der Prozess werde voraussichtlich im Mai beginnen.

Die Anklage stützt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem auf die Aussagen des 31-Jährigen und das darin offenbarte "Täterwissen". Vor der Anklageerhebung wurde Hoffmann von einem Gutachter untersucht, um die Schuldfähigkeit zu klären. Im Falle der Schuldunfähigkeit hätte die Anklagebehörde vor Gericht die lebenslange Sicherungsverwahrung beantragt.

Hoffmann hatte Anfang Dezember 2004 der Polizei den Mord an Levke gestanden. Anfang Januar räumte er in einer Erklärung seiner Anwälte den Mord an dem ebenfalls acht Jahre alten Felix ein. Seitdem verweigert Hoffmann jede Aussage.

Unterdessen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft weiter der Frage nach, ob der 31-Jährige möglicherweise sechs weitere Morde begangen hat. Dies soll er einem Zellengenossen im Gefängnis Stade erzählt haben. Auf dessen Aussagen konzentriere die Sonderkommission Levke ihre weiteren Ermittlungen, sagte Soko-Sprecher Torsten Oestmann am Donnerstag. Eine dreitägige Suchaktion in der Nähe von Bremerhaven war am Mittwoch erfolglos beendet worden.

Parallel dazu arbeiten die Ermittler laut Oestmann weiter an einem Bewegungsbild des im Sauerland geborenen und 1995 nach Bremerhaven umgezogenen Hoffmann. Sie wollen herausfinden, wo er sich seit 1992 aufgehalten hat. Davon erhofft sich die Polizei Hinweise, für welche Taten er Mann möglciherweise in Frage kommt.

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