Mutmaßlicher Kofferbomber will kommende Woche aussagen

Düsseldorf - Bislang hatte der Libanese Youssef El H. nur zugegeben, der Mann auf den Bildern der Überwachungskameras zu sein, die im Kölner Hauptbahnhof aufgenommen worden waren. Die Bundesstaatsanwaltschaft geht indes von vielfach versuchten Mord aus. In der kommenden Woche will der Angeklagte sein Schweigen brechen.

Nach Angaben des SWR vom Dienstag hat der Angeklagte eine 20-seitige Erklärung verfasst. Seine Anwälte hatten die Aussage bereits angekündigt. Bislang hatte der Libanese Youssef El H. nur zugegeben, der Mann auf den Bildern der Überwachungskameras zu sein, die im Kölner Hauptbahnhof aufgenommen worden waren. Sein Anwalt sagte dem Bericht zufolge, sein Mandant bestreite jede Tötungsabsicht. Er habe die Kofferbomben zwar gebaut und eine davon in einem Regionalzug deponiert, der Sprengsatz sei aber bewusst so gebaut worden, dass er nicht habe explodieren können.

Die Bundesanwaltschaft geht von vielfachem versuchten Mord aus. Youssef El H. war in Beirut in Abwesenheit wegen versuchten vielfachen Mordes schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Sein zu zwölf Jahren Haft verurteilter Komplize Jihad H. hatte ihn bezichtigt, Drahtzieher und Hauptverantwortlicher der Anschlagversuche gewesen zu sein.

Die beiden Libanesen sollen im Juli 2006 in zwei Regionalzügen nach Hamm und Koblenz Sprengsätze deponiert haben, die nur wegen eines technischen Fehlers nicht explodiert waren.

dpa

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