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Mutmaßlicher serbischer Kriegsverbrecher in Belgrad in Haft

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- Sarajevo/Belgrad - Der vom UN-Tribunal in Den Haag angeklagte mutmaßliche serbische Kriegsverbrecher Dragomir Milosevic ist in Belgrad in Haft genommen worden. Das bestätigten am Freitag die UN-Chefanklägerin Carla del Ponte in Sarajevo und die Polizei in Belgrad. Der 62-Jährige, der als Kommandeur serbischer Verbände während des Bürgerkrieges in Bosnien-Herzegowina (1992-1995) für den jahrelangen Beschuss Sarajevos mit tausenden Toten verantwortlich sein soll, werde unverzüglich nach Den Haag gebracht, hieß es weiter.

Der in unmittelbarer Nachbarschaft von Belgrad geborene Milosevic soll als Stabschef und späterer Kommandeur die 44-monatige Belagerung und den Beschuss der bosnischen Hauptstadt befehligt haben, heißt es in der Anklageschrift. Mit schwerer Artillerie hätten seine Verbände von den umliegenden Bergen ins Zentrum Sarajevos auf Zivilisten gefeuert und tausendfachen Tod gebracht. Milosevic war danach engster Mitarbeiter und Nachfolger des serbischen Kommandeurs Stanislav Galic. Galic war vom UN-Tribunal vor genau einem Jahr schuldig gesprochen und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die nationalkonservative serbische Regierung unter Vojislav Kostunica hatte sich bisher geweigert, serbische Angeklagte zu verhaften und an Den Haag auszuliefern. Zunächst blieb unklar, ob sich Milosevic freiwillig gestellt hatte oder verhaftet worden war. Serbien war durch die Blockadehaltung seiner Regierung seit langem in internationale Kritik geraten. Viele westliche Politiker hatten vor einer neuen Isolation des Landes gewarnt.


 

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