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Weiße Fahnen statt der Nationalflagge wehten auf der Brooklyn Bridge.

Auf der Brooklyn Bridge

Mysteriöse Fahnen - Terror-Angst in New York

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New York - Zwei weiße Fahnen, die anstatt der Nationalflagge auf der Brooklyn Bridge wehten, haben am Dienstagmorgen die New Yorker in Angst versetzt: Hatte die Stadt vor Terroristen kapituliert?

Auf New Yorks bekanntester Brücke wehten am Dienstagmorgen plötzlich nicht wie jeden Tag zwei US-Flaggen. Statt des patriotischen Zeichens flatterten auf den beiden knapp 50 Meter hohen Steintürmen, an denen die Konstruktion aus dem Jahr 1883 aufgehängt ist, weiße Fahnen - das internationale Symbol für Kapitulation vor dem Feind.

Die Bürger der US-Metropole waren besorgt und verängstigt: Stand ein Terror-Angriff bevor, und hatte New York bereits aufgegeben? "New York City wird wohl in 24 Stunden von Hamas oder Al Qaeda eingenommen sein", orakelte ein Twitter-User panisch.

Oder hatten Terroristen selbst die etwa sechs mal dreieinhalb Meter großen Fahnen gehisst? 

Manche vermuteten einen ganz anderen, harmloseren Hintergrund. etwa eine Werbeaktion, die die Aufmerksamkeit auf einen Film lenken sollte oder einen ausgeklügelten, geschmacklosen Streich. Eine Online-Zeitung aus Brooklyn interessierte das Motiv nicht, sie bezeichnete den Fahnenaustausch als Terrorakt - schließlich gehört das Wahrzeichen über dem East River, das täglich von rund 120.000 Fahrzeugen passiert wird, zu den neuralgischen Punkten für einen Anschlag. Deshalb ist die Verbindung zwischen den Stadtteilen Manhattan und Brooklyn auch einer der am besten gesicherten Orte der Stadt, sie wird praktisch durchgehend von Polizei und Kameras bewacht.

Überwachungskameras filmen Verdächtige

Auf den Überwachungs-Aufzeichnungen war zu sehen, wie um 3.10 Uhr nachts vier oder fünf Gestalten die Brücke überquerten. Kurz danach flackerten die beiden Strahler, die die Sternenbanner erleuchten, und das Licht ging aus. Die Täter hatten sie mit Pfannen aus Aluminium abgedeckt, wie der Sender CBS schrieb.

Die Polizei nahm die Aktion sehr ernst und zog eine Anti-Terror-Einheit hinzu, um den Vorfall zu untersuchen. Die fand heraus, dass die weißen Fahnen gebleichte Nationalflaggen waren - ganz schwach waren noch die sieben roten und sechs weißen Streifen sowie die 50 Sterne zu erkennen.

Kunstprojekt oder Protest?

Etwas später kam die Entwarnung: Ein terroristischer oder politischer Hintergrund wurde ausgeschlossen. "Vielleicht war das ein Kunstprojekt oder jemand wollte gegen irgend etwas protestieren", meinte Polizei-Chef Miller. Dennoch sei die Aktion inakzeptabel. Die Suche nach den Unbekannten läuft auf Hochtouren, den Tätern droht eine Anklage wegen Hausfriedensbruchs.

Die alten Fahnen wurden am Morgen wieder auf den Brückenpfeilern installiert. Was bleibt, ist die Sorge, dass es den offensichtlich gut vorbereiteten und klettererfahrenen Tätern trotz aller Maßnahmen gelungen war, die Fahnen auszutauschen. "Wenn das normale Leute hinkriegen, kriegt das Al Qaeda erst recht hin", äußerte sich ein beunruhigter Twitter-User. 

hn/dpa

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