Mysteriöser Familienmord mit fünf Toten

Auxerre - Die Ehefrau und die beiden kleinen Töchter erstochen, die Schwiegermutter erstickt: Bei einem Familienmord in Frankreich starben fünf Menschen. Wurde der Vater zum Massenmörder?

Der 45-Jährige wurde erhängt in der Garage des Familienhauses in der zentralfranzösischen Kleinstadt Auxerre gefunden. Er wollte offensichtlich verhindern, dass er in letzter Sekunde noch auf Fluchtgedanken kommt. Er fesselte sich nach ersten Erkenntnissen selbst die Hände, bevor er sich erhängte. Vermutlich um auszuschließen, dass er sich in Panik befreit.

Aus Ermittlungskreisen hatte es zuvor geheißen, möglicherweise könnten berufliche Probleme des Mannes hinter der Tat stehen. Er arbeitete als Servicetechniker für ein Unternehmen, dass Geldautomaten wartet, war aber nicht arbeitslos, wie die Staatsanwaltschaft bekräftigte. Juristisch gesehen habe die Familie bislang keinerlei Vorgeschichte, sagte Avazeri.

Entdeckt hatte das Verbrechen am Vorabend ein Verwandter der Familie. Er alarmierte sofort die Rettungskräfte der 39 000-Einwohner-Stadt rund 160 Kilometer südöstlich von Paris. Jede Hilfe kam allerdings zu spät. Vermutlich sei es bereits am Wochenende zu der Tat gekommen, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Die Ermittler konnten am Mittwoch zunächst kaum mehr sagen. Am Tatort fanden sie nach der Entdeckung des Verbrechens am Dienstagabend weder einen Abschiedsbrief noch andere eindeutige Hinweise auf das Motiv für das Verbrechen. „Die Ermittlungen werden sich auf das familiäre und berufliche Umfeld sowie den Freundeskreis konzentrieren“, sagte Vize-Staatsanwältin Marie-Eugénie Avazeri am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. „Wir schließen keine Spur aus.“

In der gutbürgerlichen Nachbarschaft herrschten am Mittwoch Fassungslosigkeit und Entsetzen. Nach ersten Zeugenaussagen hatte dort niemand Hinweise auf Streit oder Probleme wahrgenommen. Nachbarn sahen die beiden Mädchen im Alter von sechs und elf Jahren häufig beim Trampolinspringen im Garten oder wie sie auf ihren Fahrrädern den Vater beim Joggen begleiten.

„Das ist eine Katastrophe, wir konnten die ganze Nacht nicht schlafen“, berichtete eine Frau aus dem Viertel dem Radiosender Europe 1. Sie müsse die ganze Zeit daran denken, dass die Opfer vermutlich vollkommen wehrlos gewesen seien.

Viele Franzosen erinnert das Familiendrama an einen grausamen Fünffachmord aus dem vergangenen Jahr. Damals hatte ein Vater aus Nantes seine komplette Familie ausgelöscht und die Leichen unter der Terrasse seines unscheinbaren Reihenhauses verscharrt. Der Mord an der Frau und den vier Kindern ist bis heute nicht restlos aufgeklärt. Von dem mutmaßlichen Täter fehlt jede Spur.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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