+
Unzählige tote Fische liegen am Golf von Nicoya. Foto: Nash Ugalde Hidalgo

Unzählige tote Sardellen

Mysteriöses Fischsterben an Costa Ricas Pazifikküste

Gewaltiger Gestank weckt die Bewohner von Costa Ricas Golf von Nicoya: Unzählige tote Sardellen liegen am Ufer. Die Behörden tappen im Dunkeln, was die Fische so plötzlich getötet haben könnte.

San José (dpa) - An der Pazifikküste von Costa Rica ist massenweise toter Fisch angespült worden. Die Ursache dafür ist bislang unklar. Auf Fotos sind ganze Strände zu sehen, die mit Sardellen bedeckt sind.

Insgesamt ist am Golf von Nicoya eine Fläche von rund acht Quadratkilometern betroffen.

Biologen und andere Experten nahmen Proben von den Fischen und dem Wasser. Sie konnten aber bislang nicht ausmachen, was das Massensterben der Tiere ausgelöst hat. Mögliche Ursachen könnten das Vorkommen bestimmter Mikroalgen oder auch Sauerstoffmangel sein. Auch giftige Substanzen könnten erst einmal nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

Die Behörden riefen dazu auf, auf Fischerei, Handel und Verzehr der Fische aus den Orten Abangaritos und Manzanillo in der Provinz Puntarenas zu verzichten, bis die Ursache geklärt sei. Sie rieten zudem vorerst vom Baden im Meer ab. Der Golf von Nicoya rund 150 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt San José ist auch eine wichtige Tourismusregion.

Am Mittwoch waren die Bewohner der Region vom Fischgestank an den mit Mangroven bewachsenen Stränden geweckt worden. Nach Angaben der Zeitung "La Nación" machten sich Geier an den toten Fischen zu schaffen, mit jeder Stunde setzten sich mehr Fliegen darauf. Ein Teil der Fische sei zudem ins Meer zurückgeschwemmt worden, bevor die Behörden einen Großteil der Kadaver beseitigen konnten.

Das kleine Costa Rica im Herzen Mittelamerikas gilt als Naturparadies und setzt wirtschaftlich neben der Landwirtschaft stark auf Ökotourismus. Mit seinen Regen- und Mangrovenwäldern, Stränden und Vulkangebieten bietet das Land Touristen wie Forschern Möglichkeiten zur Beobachtung vielfältiger Pflanzen- und Tierarten.

Fischerei-Institut

Umweltministerium

Bericht La Nación

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wirbelsturm Debbie: Volles Ausmaß der Schäden noch unklar
Bäume werden entwurzelt, Häuser beschädigt - Zyklon Debbie zieht über den Nordosten Australiens. Zehntausende Menschen in Queensland sind betroffen.
Wirbelsturm Debbie: Volles Ausmaß der Schäden noch unklar
Lebendes Antibiotikum? Bakterien jagen Bakterien
Auch unter Bakterien gibt es räuberisch lebende Arten. Möglicherweise lassen sie sich als Killer gegen Krankheitserreger einsetzen, hoffen Forscher.
Lebendes Antibiotikum? Bakterien jagen Bakterien
Vier Jahre Haft für 282-fachen Bahn-Diebstahl
In einem aufwendigen Indizienprozess hat das Landgericht Flensburg einen Bahn-Mitarbeiter wegen Diebstahls in Millionenhöhe verurteilt. Die Taten waren lange nicht …
Vier Jahre Haft für 282-fachen Bahn-Diebstahl
US-Gericht weist Klage von Germanwings-Hinterbliebenen ab
Mönchengladbach/Berlin - Die Schadenersatzklage von Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes gegen eine amerikanische Lufthansa-Flugschule ist von einem US-Gericht …
US-Gericht weist Klage von Germanwings-Hinterbliebenen ab

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare