Nach Angriffen in Russland

Bären zum Abschuss freigegeben

Jakutien - Nach mehreren Angriffen hungriger Bären im Nordosten Russlands haben die Behörden die Tiere zum Abschuss freigegeben. Allerdings müssten Menschen in Bedrohungssituationen einen Jäger rufen.

Man dürfe nicht selbst zum Gewehr greifen, sagte Nikolai Smetanin von den Jagdbehörden in Jakutien am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Im vergangenen Monat wurden nach seinen Angaben sechs Bären-Attacken gemeldet, hauptsächlich aus der 3500-Einwohner-Stadt Srednekolimsk. "Sie brechen (in Häuser) ein und leeren Kühlschränke", sagte Smetanin. "Ein Bär kletterte in ein Boot, in dem eine Familie saß und Beeren an der Uferböschung sammelte."

Die Tiere seien hungrig und aggressiv, da die jüngsten Hochwasser ihre Nahrungsgrundlage zerstört hätten. Normalerweise laben sich die Tiere im Sommer an Moos-, Blau- und Preiselbeeren. Doch wegen der Überflutungen seien fast alle Beerensträucher in den Flusstälern zerstört. "Die Bären haben nichts mehr zu essen", sagte Smetanin.

Von den Überflutungen in Russland waren diesen Monat 50.000 Menschen betroffen, Jakutien wurde besonders heimgesucht. Wegen der Bären-Angriffe hatten sich die Menschen an die Behörden gewandt, die schließlich eine Abschussgenehmigung erteilten. Eine andere Möglichkeit, die Gefahr einzudämmen, sahen sie nicht.

Ein Bär vertilgt laut Experten im Sommer täglich mindestens 50 Kilogramm Nahrung, um sich das notwendige Fettpolster für den Winter anzufressen.

AFP

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