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Nach der Flut wächst Angst vor Seuchen

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- Colombo - Leichen über Leichen: Einen Tag nach der verheerenden Flutkatastrophe ist erst das ganze Ausmaß des mörderischen Seebebens erkennbar, das die Küsten von Indonesien über Thailand, Birma, Bangladesh und Indien bis Sri Lanka und die Malediven bis hin zum fast 5000 Kilometer entfernten Ostafrika verwüstete. Wegen der großflächigen Überschwemmungen und fehlenden sauberen Trinkwassers befürchteten Regierungsstellen und Hilfsorganisationen nun den Ausbruch von Seuchen.

Weil vielerorts das Wasser noch nicht abgeflossen war, konnten die Leichen nicht beerdigt werden und verwesten schnell in der Tropenhitze. Wo möglich, wurden Massengräber angelegt, so in dem indischen Dorf Cuddalore, wo 150 Kinder in einer Grube beigesetzt wurden. In Malaysia machten nach offiziellen Schätzungen Kinder, die in der Brandung spielten und von der Flutwelle überrascht wurden, ein Drittel der Opfer aus.

In Sri Lanka, mit 12 000 Toten am stärksten von der Katastrophe betroffen, entsandte die Regierung 25 000 Soldaten zur Katastrophenhilfe. Daneben sollten sie sich aber auch um 200 ausgebrochene Strafgefangene kümmern und gegen organisierte Plünderungen vorgehen.

Vor allem das Internationale Rote Kreuz in Genf warnte vor Seuchen. In den überschwemmten Gebieten könnten sich so genannte wassergebundene Krankheiten wie Malaria und Durchfall ausbreiten.

In der indonesischen Provinz Aceh befürchtete die Regierung die rasche Ausbreitung von Cholera und Ruhr. Allein in der Stadt Banda Aceh starben rund 3000 Menschen.

Etwa 500 der Toten waren am Tag danach unter Plastikzelten am Stadtrand aufgebahrt. 15 000 Soldaten wurden in die betroffenen Regionen geschickt, um bei der Suche nach Vermissten zu helfen.

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