Hochwasser in Deutschland: Blumen klemmen an einem Militärfahrzeug.
+
Hochwasser in Deutschland: Blumen klemmen an einem Militärfahrzeug.

Mindestens 170 Tote

Nach Hochwasser-Katastrophe: Bestattern fehlen teilweise Leichenwagen

Nach der Hochwasserkatastrophe fehlt es einigen Bestattern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz offenbar an Transportwagen.

Düsseldorf - „Es gibt nur eine sehr begrenzte Anzahl von Bestattungsfahrzeugen, die sind erst mal unersetzlich“, sagte ein Sprecher des Bestatterverbands Nordrhein-Westfalen am Donnerstag. Viele der betroffenen Autos standen etwa bei den verheerenden Fluten in der Garage neben Bestatterinstituten und seien dann - genauso wie die Geschäfte - mit Wasser vollgelaufen.

Allerdings „fehlen die dann nur in einzelnen Unternehmen“. Man könne sich untereinander gut unterstützen, indem Kollegen etwa unbeschädigte Transportwagen ausleihen. Die Fahrzeuge sind den Angaben des Sprechers zufolge Einzelanfertigungen und werden nur auf Anfrage hergestellt. Deshalb sei es schwierig, diese zu ersetzen. Der gesamte Schaden sei noch nicht klar.

Bestatterunternehmen des Landesverbands hatte das Hochwasser besonders in Wuppertal, Ahrweiler, Euskirchen und Hagen stark getroffen. „Wir hatten Wasser bei mehreren Kollegen in den Geschäftsräumen“, berichtete der Sprecher. Es wurden aber keine Kühlräume oder dort untergebrachte Verstorbene von den Fluten getroffen. In Orten, die von Stromausfällen betroffen waren, hätten Kollegen die Verstorbenen zum Beispiel abgeholt und bei sich in den Bestattungshäusern untergebracht, um sie zu kühlen.

Über 1050 Bestatterunternehmen sind im Landesverband in NRW gemeldet, Rheinland-Pfalz zählt den Angaben zufolge über 200 Mitgliedsunternehmen.

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW kostet mindestens 170 Menschen das Leben

Die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz hat laut Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach derzeitigem Stand 128 Menschen das Leben gekostet. 155 Personen würden noch vermisst, sagte Dreyer am Donnerstag in einer Sondersitzung mit Landtagsabgeordneten der Ausschüsse für Inneres, Klima und Finanzen, wie die Staatskanzlei in Mainz mitteilte. 764 Menschen seien verletzt und würden medizinisch versorgt.

In Nordrhein-Westfalen sind im Rhein-Sieg-Kreis neun Menschen und im Kreis Euskirchen 26 Menschen nach Angaben der Polizei Köln ums Leben gekommen. Zwei Tote seien aus Köln gemeldet worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. „Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort, Herkunftsort und Todesumständen wird die Polizei zum Schutz der Angehörigen nicht veröffentlichen“, heißt es in der Pressemitteilung. Eine Vielzahl der Vermisstenfälle habe sich geklärt. Aktuell sucht die Polizei noch nach zwei Menschen aus dem Kreis Euskirchen.

Die Anteilnahme mit den Betroffenen ist groß. Die Schäden in den Flutgebieten verheerend. Hier finden Sie eine Auswahl an Spendenkonten, über die Sie den Geschädigten dieser Katastrophe helfen können.

Hochwasser in Deutschland: Blumen klemmen an einem Militärfahrzeug.

Glockenläuten und Gebet für Hochwasser-Opfer

Als Zeichen der Solidarität und im Gedenken an die vielen Opfer der Flutkatastrophe läuten am Freitagabend (18 Uhr) bundesweit in vielen Kirchen die Glocken. Die evangelischen Landeskirchen haben gemeinsam mit katholischen Bistümern zum Geläut mit anschließender Andacht aufgerufen. So haben auch viele Gemeinden in den Katastrophengebieten große Schäden durch das Hochwasser erlitten, hieß es beim Erzbistum Köln. (dpa/ml)

Auch interessant

Kommentare