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Bei dem Großbrand in Krefeld zog eine riesige schwarze Rauchwolke über die Stadt.

Krefeld

Großes Aufräumen nach Feuer-Katastrophe

Krefeld - Nach dem Großbrand in einem Krefelder Düngemittel-Lager sollen heute die Aufräumarbeiten beginnen. Diese sollen nach Angaben eines Feuerwehrsprechers mehrere Tage dauern.

Die Löscharbeiten sollten in der Nacht abgeschlossen werden.

Der Großbrand hatte am Dienstag in Teilen Nordrhein-Westfalens für Alarmstimmung gesorgt. Angesichts der riesigen Rauchwolke, die sich bis in angrenzende Städte erstreckte, sollten Schüler und Kindergartenkinder die Gebäude zunächst nicht verlassen. Luftmessungen hatten aber keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffwerte emgeben. Vier Menschen wurden durch das Feuer leicht verletzt, darunter zwei Feuerwehrmänner.

Diese Schadstoffwolke hängt über NRW

Diese Schadstoffwolke hängt über NRW

Das Feuer war aus noch unbekannter Ursache am Morgen in einer Lagerhalle im Rheinhafen ausgebrochen. Nach Angaben des Unternehmens waren dort etwa 20.000 Tonnen Dünger und 13.000 Tonnen Rohstoffe gelagert. Die Flammen waren nach wenigen Stunden weitgehend unter Kontrolle.

Die etwa 450 Rettungskräfte hatten das Feuer am Dienstagabend bis auf einige Brandherde in der Halle gelöscht. Diese sollten im Laufe der Nacht mit Schaum abgedeckt werden, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Keine überhöhten Schadstoffwerte gemessen

Trotz der bedrohlich wirkenden Rauchwolke bestand für die Bevölkerung offenbar keine Gefahr. Bei Messungen auf dem Betriebsgelände sowie in den angrenzenden Städten seien keinerlei überhöhte Schadstoffwerte festgestellt worden, sagte ein Krefelder Stadtsprecher. Unter anderem sei die Luft auf Chlor, Salzsäure, Phosgen und Stickstoffverbindungen untersucht worden. Die Messungen wurden aber vorsichtshalber fortgeführt.

Auch der Betreiber des brennenden Lagers schätzte die Gefahr für die Bevölkerung als gering ein. Es entstünden zwar beim Verbrennen der Düngemittel „gewisse Dämpfe“, sagte der Geschäftsführer des in Münster ansässigen Herstellers Compo, Jens Averdiek, dem TV-Sender N24. Die brennenden Materialien seien aber „allesamt keine Gefahrgutstoffe“.

Zur Vorsicht hatten die Städte Krefeld und Duisburg Eltern dazu aufgerufen, ihre Kinder bis zum Dienstagnachmittag in Schulen und Kindergärten zu lassen. Auch in anderen Städten wie Essen und Mülheim wurden die Bewohner aufgefordert, sich nicht im Freien aufzuhalten sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Betrieb an Schulen und Kitas in dem betroffenen Bereich sollte am Mittwoch wieder normal aufgenommen werden.

Keine Hinweise auf Brandstiftung

Auf der Spurensuche nach der Ursache des Großbrands befragte die Polizei Zeugen. Nach Angaben der Ermittler gibt es keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung oder Fahrlässigkeit. Den Brandort selbst konnten die Ermittler noch nicht untersuchen. Dies sei erst möglich, wenn das Feuer komplett gelöscht sei, sagte der Sprecher.

Auch auf den Verkehr hatte die Rauchwolke Auswirkungen. Der Rhein wurde nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamts Duisburg-Rhein zwischen Düsseldorf-Wittlaer und Rheinberg-Orsoy auf einer Strecke von fast 40 Kilometern für Schiffe gesperrt. Auch die Rheinbrücke an der Bundesstraße 288 zwischen Krefeld und Duisburg war laut Krefelder Stadtsprecher aus Sicherheitsgründen unpassierbar, ebenso die Zubringerstrecke über die Autobahn 524.

Am Flughafen Düsseldorf konnten zwar alle Flüge rechtzeitig starten und landen. Mehrere Dutzend Maschinen mit Kurs auf Skandinavien und Norddeutschland mussten ihre Flugroute jedoch leicht ändern, um der Rauchwolke zu entgehen, wie der Sprecher der Deutschen Flugsicherung in Nordrhein-Westfalen, Michael Fuhrmann, sagte. Betriebliche Einschränkungen oder Verspätungen habe es nicht gegeben.

dapd

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