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Rabbi David Rosen (links) nimmt Erzbischof Gerhard Ludwig Müller in Schutz: Der Rabbiner hält es für böswillig, dem Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre einen Holocaust-Vergleich zu unterstellen.

Nach Pogrom-Äußerung

Rabbi nimmt Erzbischof Müller in Schutz

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Jerusalem - Ein jüdischer Geistlicher greift in die Debatte um Erzbischof Gerhard Ludwig Müller ein. Rabbi David Rosen aus Jerusalem meint: Müllers Pogrom-Äußerung sei "böswillig" interpretiert worden.

Der internationale Direktor des amerikanisch-jüdischen Komitees für interreligiöse Angelegenheiten, Rabbi David Rosen, nahm den Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre gegen den Vorwurf von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) in Schutz, die dem Erzbischof einen Holocaust-Vergleich unterstellt hatte.

"Kein Vergleich mit den Grausamkeiten der Schoah ist je angemessen", sagte Rosen der "Welt". "Ebenso klar ist für jeden vernünftigen Menschen, der die Worte Erzbischof Müllers nachliest, aber auch, dass ein solcher Vergleich keineswegs in dessen Absicht war. Dies dem Interview zu entnehmen, kann nur das Ergebnis einer böswilligen Absicht sein."

Der Erzbischof hatte in einem Interview mit derselben Zeitung wenige Tage zuvor „gezielte Diskreditierungskampagnen gegen die katholische Kirche in Nordamerika und auch bei uns in Europa“ angeprangert. Diese hätten erreicht, „dass Geistliche in manchen Bereichen schon jetzt ganz öffentlich angepöbelt werden“, sagte Müller.

Nach Müllers Ansicht wächst so eine künstlich erzeugte Wut, „die gelegentlich schon heute an eine Pogromstimmung erinnert.“ Im Internet und auch im Fernsehen würden Attacken gegen die katholische Kirche geritten, deren Rüstzeug zurückgehe auf den Kampf der totalitären Ideologien gegen das Christentum.

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Mehrere kirchenferne Politiker interpretierten Müllers Wortwahl als Vergleich mit der Judenverfolgung unter den Nazis. „Vergleiche mit dem Holocaust sind geschmacklos, wenn es um unterschiedliche Auffassungen in unserer Gesellschaft zu aktuellen Fragen wie auch der Rolle der Ehe, Familie und eingetragenen Lebenspartnerschaften geht“, sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) der „Welt am Sonntag“. „Die Katholische Kirche muss sich drängenden Problemen stellen und kann sich nicht durch Verweis auf vermeintliche Sonderstellung ihrer Verantwortung entziehen.“

Der Parlamentsgeschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, sagte, Kritik an der Kirche mit dem Holocaust zu vergleichen, sei „einfach daneben“. „Die Verwendung des Wortes "Pogromstimmung" sollte er mit dem Ausdruck des Bedauerns schleunigst zurücknehmen.“

Der jüdische Geistliche sieht im Gegensatz zur Justizministerin und zum Grünen-Poltiker allerdings keine Anspielung des Erzbischofs auf den Holocaust.

fro/dpa

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