+
Der 41-Jährige hatte sich nach dem Schuss auf Notwehr berufen. Foto: Christian Elsner/Archiv

Nach Schuss auf Einbrecher wegen Totschlags angeklagt

Es sei Notwehr gewesen, hatte ein Werkstattinhaber nach einem tödlichen Schuss auf einen jungen Mann erklärt. Fahnder hatten rasch Zweifel an der Version. Nun beginnt der Prozess.

Hannover (dpa) - Drei Monate nach dem tödlichem Schuss eines Autowerkstattinhabers auf einen 18 Jahre alten Einbrecher in Hannover hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Totschlags erhoben.

"Wir gehen nicht davon aus, dass er in Notwehr gehandelt hat", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Als der Werkstattbesitzer nachts Geräusche gehört habe, habe der 41-jährige Sportschütze eine Pistole gegriffen, durchgeladen und die Haustür geöffnet. Die Waffe in beiden Händen haltend habe er dem 18-Jährigen gezielt in den Rücken geschossen. Dieser brach nach kurzer Flucht zusammen und starb nach einer Notoperation im Krankenhaus. Dem Schützen drohen zwischen 5 und 15 Jahren Haft.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der 18-Jährige und drei weitere junge Männer in der Nacht Anfang Juni tatsächlich versucht hatten, in die Werkstatt des Gebrauchtwagenhandels einzubrechen. Gegen die drei, die nach dem tödlichen Schuss zunächst flohen und von der Polizei später ermittelt wurden, laufen gesonderte Ermittlungen.

Der 41-Jährige, der als Sportschütze legal über Waffen verfügt, hatte sich nach dem Schuss auf Notwehr berufen. Als er vor die Tür gegangen sei, habe er bei einem der Einbrecher eine Waffe gesehen und sich bedroht gefühlt, sagte er bei seiner Vernehmung. Videoaufzeichnungen einer Überwachungskamera von Teilen des Geschehens halfen den Fahndern später bei den Ermittlungen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brutale Mädchenbande schlägt Polizisten dienstunfähig
Im Kreis Karlsruhe prügelte sich eine Gruppe jugendlicher Mädchen mit einer Polizeistreife. Dabei erwischte es einen Beamten so heftig, dass er vorerst dienstunfähig ist.
Brutale Mädchenbande schlägt Polizisten dienstunfähig
Studie: Informationsflut im Internet begünstigt gezielte Falschmeldungen
Eine Studie der Universität Indiana hat untersucht, ob Privatpersonen Falschmeldungen trotz der Informationsmasse in den sozialen Medien noch erkennen können. Das …
Studie: Informationsflut im Internet begünstigt gezielte Falschmeldungen
Moral und Emotion pushen Posts
Was geht viral? Für politische Posts in sozialen Netzwerken haben Forscher eine Antwort gefunden. Ein Ergebnis auch: Die hohe Reichweite beschränkt sich hauptsächlich …
Moral und Emotion pushen Posts
Jugendliche schieben diesen Autoscooter nach Hause
Als eine Gruppe Jugendlicher einen geklauten Autoscooter nach Hause schieben wollte, wurden sie der Polizei gemeldet. Dennoch konnten die Diebe entkommen.
Jugendliche schieben diesen Autoscooter nach Hause

Kommentare