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Nach der Steinigung protestieren pakistanische Menschenrechtler gegen Ehrenmord in ihrem Land.

Aufklärung gefordert

Pakistans Premierminister: Steinigung "inakzeptabel"

Islamabad - Der pakistanische Premierminister hat mit scharfer Kritik auf die öffentliche Steinigung einer schwangeren Frau in seinem Land reagiert. Er forderte die Aufklärung des Verbrechens.

Zwei Tage nach der brutalen Steinigung einer schwangeren Frau in Pakistan hat Regierungschef Nawaz Sharif die Behörden zum "sofortigen Handeln" aufgerufen. "Dieses Verbrechen ist vollkommen inakzeptabel", erklärte der Premierminister am Donnerstag. Der Regierungschef ordnete die von seinem Bruder Shahbaz Sharif geführte Regierung der Provinz Punjab an, die Tat aufzuklären.

Der Ehemann der gesteinigten Frau sitzt beim Abtransport ihrer Leiche mit im Auto.

Farzana Parveen war am Dienstag von ihren Angehörigen vor einem Gerichtsgebäude von Lahore am helllichten Tag gesteinigt worden, ohne dass Polizisten eingegriffen hätten. Die 25-Jährige war im dritten Monat schwanger. Sie wollte in einem Prozess gegen ihren Ehemann als Zeugin für ihn aussagen. Ihre Familie hatte ihm vorgeworfen, die junge Frau entführt und zur Heirat gezwungen zu haben.

Anschließend war nur der Vater festgenommen worden. Die anderen Täter sind weiterhin auf der Flucht. Der Vater hatte die Tat nach Angaben der Polizei damit begründet, dass die Liebesheirat seiner Tochter Schande über die Familie gebracht habe.

Menschenrechtsaktivisten und die UNO verurteilten den brutalen Mord. Die pakistanische Menschenrechtskommission warf den Behörden vor, solche "schamlosen Verbrechen" durch ihre Untätigkeit zu befördern. Nach ihren Angaben wurden im vergangenen Jahr in Pakistan 869 Frauen bei sogenannten Ehrenmorden getötet.

AFP/dpa

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