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Zeichen gesetzt: Im Saal wurden T-Shirts mit Konterfeis der Opfer verteilt. 

Fast drei Dutzend Angeklagte

Nach Zugunglück vor acht Jahren: Deutsche müssen hinter Gitter

Rom - Sechs Deutsche sind in Italien aufgrund eines Zugunglücks mit 32 Toten vor acht Jahren zu Haftstrafen verurteilt worden. Mehrere Dutzend Angeklagte mussten sich verantworten.

Fast acht Jahre nach dem Zugunglück im toskanischen Urlaubsort Viareggio mit 32 Toten sind in Italien mehrere Manager, darunter auch Deutsche, schuldig gesprochen worden. Das Gericht in Lucca verkündete sein Urteil am Dienstag in erster Instanz. Verurteilt wurden unter anderem sechs deutsche Mitarbeiter des Güterwagenunternehmens GATX Rail Europe zu Haftstrafen zwischen acht und neun Jahren, wie das Unternehmen mit Hauptstandort in Hamburg mitteilte. Zwei Deutsche wurden freigesprochen. Die Anklage reichte von Herbeiführen eines Zugunglücks bis hin zu mehrfacher fahrlässiger Tötung.

In Viareggio in der Toskana war am späten Abend des 29. Juni 2009 ein mit Flüssiggas beladener Zug entgleist. Einige Tankwagen kippten dabei um, einer brach auf. Das Gas explodierte und verwüstete das Stadtviertel in Bahnhofsnähe. Häuser stürzten ein, Autos gingen in Flammen auf. Die Unfallursache war möglicherweise ein Riss an einem Rad. Der Mammutprozess begann im November 2013, 33 Manager saßen auf der Anklagebank.

Ex-Boss der Eisenbahngesellschaft muss sieben Jahre hinter Gitter

Das Zugunglück in Viareggio 2009.

Unter den Verurteilten war auch der damalige Geschäftsführer der italienischen Eisenbahngesellschaft Rete Ferroviaria Italiana, Mauro Moretti. Er wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt, unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Moretti steht derzeit dem Technologie- und Rüstungskonzern Leonardo vor, einem der größten italienischen Unternehmen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zum Teil höhere Haftstrafen beantragt. Das Unternehmen GATX Rail Europe kündigte an, gegen das Urteil für seine Mitarbeiter in Berufung zu gehen. Zu der Firma gehört auch das Unternehmen Jungenthal, das in Hannover Güterwagen baut und wartet. Drei Verurteilte und zwei Freigesprochene arbeiteten für Jungenthal. „Wir sind überzeugt, dass die Beweislage der Entscheidung des Gerichtes widerspricht und im Gegenteil klar zeigt, dass unsere Mitarbeiter immer korrekt, sorgfältig und gemäß den höchsten beruflichen Standards gehandelt haben“, heißt es in einer GATX-Mitteilung.

Die Entscheidung der Richter beweise, „was wir immer behauptet haben“, sagte der damalige Bürgermeister der Stadt, Luca Lunardini. „Es war kein Naturereignis sondern vom Menschen herbeigeführt.“ Das Urteil rufe schreckliche Gefühle wach: „Schreie, Schmerz, Terror, das ist meine Erinnerung.“

dpa

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