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"Zwangsräumung tötet" steht auf dem Plakat der Demonstranten.

Seniorin zu krank?

Tod nach Zwangsräumung: Gericht reagiert

Berlin - Wirbel um den Tod einer Berliner Seniorin nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung. Das Kammergericht reagierte auf die Vorwürfe, die Frau wäre zu krank für so eine Maßnahme gewesen.

Der Sprecher des Kammergerichts, Ulrich Wimmer, verwies auf mehrere Beschlüsse des Landgerichts aus den Tagen unmittelbar davor. Dort heißt es beispielsweise, aus einer Diagnose eines Berliner Krankenhauses sei nicht ersichtlich, „zu welchen gravierenden gesundheitlichen Folgen“ die Räumung der Wohnung führen könne. Wimmer sagte aber auch: „Eine Zwangsräumung ist immer eine schwierige Entscheidung, weil man tief in das Leben der Menschen eingreift.“

Die 67 Jahre alte Frau war am Donnerstag gestorben, zwei Tage zuvor war die Wohnung der Seniorin in der Aroser Allee in Berlin-Reinickendorf geräumt worden. Das teilten das Bündnis "Zwangsräumung verhindern" und die Initiative "Kälte Nothilfe" mit. Die 67-Jährige soll ihre Miete nicht bezahlt haben.

Demonstranten warfen den Behörden vor, Bürokratie über das Wohl der Frau gestellt zu haben. Zahlreiche Menschen hatten sich am Freitagabend vor der früheren Wohnung der Seniorin versammelt und Plakate mit Sprüchen wie „Zwangsräumung tötet“ hochgehalten.

Die Polizei regte eine Obduktion der Leiche der Frau an - dies sei aber normal, wenn die Todesursache nicht ganz geklärt sei, hieß es am Sonntag.

dpa

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