Behörden sind schon genervt

Nacktwanderer muss wieder in den Knast

London - Der Brite Stephen Gough hat bereits lange Zeit hinter Gittern verbracht, weil er am liebsten unbekleidet durchs Leben geht. Nun hat es den Nacktwanderer wieder erwischt.

Am Freitag schickte ihn ein Gericht in Southhampton mindestens bis 25. März in Arrest. Dasselbe Gericht hatte den freizügigen Briten am Donnerstag dazu verdonnert, in der Öffentlichkeit „zumindest seine Genitalien und seinen Hintern zu bedecken“. Doch der 54-Jährige blieb ungerührt und verließ das Gebäude nur mit Socken, Stiefeln und einem Rucksack bekleidet. Er wurde festgenommen und wegen Missachtung des Gerichts verurteilt.

Die Geschichte mit Gough und seiner unerwünschten Nacktheit geht schon eine ganze Weile - und er hat es damit zu einiger Berühmtheit gebracht. Seit 2003 hat der ehemalige Marine-Soldat ganz Großbritannien bereits zweimal nackt durchwandert - unterbrochen jeweils durch Festnahmen, Gerichtsterminen und Gefängnisstrafen. Davon verbüßte Gough inzwischen eine ganze Reihe, weil er sich immer wieder nackt in der Öffentlichkeit zeigt, auch in Gerichten oder Flugzeugen.

Die Behörden wirken inzwischen entnervt. Staatsanwalt Roger Trencher sagte am Freitag, Gough habe im ganzen Land Anstoß erregt und die Polizei in England, Wales und Schottland erhebliche Zeit gekostet. Verteidiger Jeffrey Norie-Mille meinte hingegen, Gough sehe es als sein gutes Recht an, keine Kleidung zu tragen.

Tatsächlich gibt es gegen Nacktheit in Großbritannien kein Gesetz, wohl aber gegen Exhibitionismus oder Verhalten, das „Bedrohung, Beunruhigung oder Ängste“ auslösen könnte. Für die Missachtung der Gerichtsorder könnte Gough bis zu fünf Jahre hinter Gitter wandern.

AP

Rubriklistenbild: © dpa

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