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Nächste Wahlrunde im Kongo

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- Kinshasa/Johannesburg - Im Kongo wird der künftige Präsidenten Ende Oktober in einer Stichwahl ermittelt. Amtsinhaber Joseph Kabila und sein schärfster Konkurrent Jean-Pierre Bemba werden nach der von Schießereien überschatteten Bekanntgabe der vorläufigen Wahlergebnisse gegeneinander antreten.

Beide verfehlten ebenso wie die übrigen 31 Kandidaten die absolute Mehrheit, errangen aber die höchsten Stimmenzahlen. Die Wahlkommission hatte nach Auszählung der Wahlzettel Kabila in der Nacht zum Montag knapp 45 Prozent und dem amtierenden Vizepräsidenten und Ex-Rebellenchef Bemba rund 20 Prozent der Stimmen bescheinigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,5 Prozent. Ausgezählt waren 168 der 169 Wahlkreise in dem Land von der Größe Westeuropas. Die Ergebnisse müssen noch vom Obersten Gericht bestätigt werden.

Kabila zeigte sich bei einem kurzen Auftritt im Fernsehen sicher, dass er im zweiten Wahlgang gewählt wird. «Ich habe keinen Zweifel, ich bin sicher, dass Sie diesen Sieg festigen werden», sagte Kabila seinen Landsleuten. Er bescheinigte den Wählern politische Reife. Es seien «historische» Wahlen gewesen, die «frei, demokratisch und transparent» abgelaufen seien. Auf die Feuergefechte vom Vorabend in der Hauptstadt Kinshasa ging er nicht ein. Dabei waren nach UN- Angaben sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach ersten Informationen handelte es sich bei den Kontrahenten um Angehörige der Garde von Präsident Kabila und des Sicherheitsdienstes von Bemba.

Die Wahlen waren die ersten seit vier Jahrzehnten und wurden auch von 17 000 UN-Soldaten sowie einem EU-Truppenkontingent unter deutscher Führung abgesichert. In den rund 50 000 Wahlbüros war Ende Juli auch über die Zusammensetzung des 500 Sitze umfassenden Parlaments entschieden worden. Zahlen über das Abschneiden der rund 10 000 Kandidaten will die Wahlkommission Anfang September veröffentlichen. Der Wahlgang soll nach einem langjährigen Bürgerkrieg den Wiederaufbau des rohstoffreichen Krisenstaates ermöglichen und ihm zu demokratischen Strukturen verhelfen.

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) äußerte sich erfreut über den weitgehend friedlichen Verlauf der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Kongo. «Die Menschen im Kongo haben einen wichtigen Schritt zu Frieden und Demokratie gemacht», sagte sie am Montag in Berlin. Jetzt komme es darauf an, dass auch die Stichwahl friedlich verlaufe.

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