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Ach hieße ich doch Ben, mag sich mancher Kevin denken. „Ben“ und „Mia“ waren die beliebtesten Vornamen 2011.

Wie mein Name mein Leben beeinflusst

München - Mia und Ben sind die beliebtesten Vornamen, die Eltern in Deutschland zurzeit vergeben. Auch für Wissenschaftler ist das spannend. Denn Vornamen beeinfluss unser ganzes Leben.

Vornamen beeinflussen zwischenmenschliche Beziehungen wahrscheinlich stärker als bisher gedacht. Psychologen der Berliner Humboldt-Universität (HU) haben in einer neuen Studie herausgefunden, dass Namen wie Kevin oder Chantal die Chancen auf Partnersuche-Plattformen im Internet erheblich mindern können. Sie bekamen weit weniger Klicks von liebeshungrigen Singles als Namen wie Alexander oder Charlotte.

Das sind die beliebtesten Babynamen 2011

Das waren die beliebtesten Babynamen 2011

In ihrer Studie haben die Forscher unter anderem Männernamen miteinander verglichen: Träger des positiv besetzten Vornamens Alexander wurden um 102 Prozent häufiger angeklickt als Träger des Vornamens Kevin. Denn mit klassischen Namen wird anscheinend mehr Bildung und Prestige assoziiert als mit Gestalten aus Film oder Fernsehen, deren Vornamen bei sozial schwachen Familien beliebt sind.

Für die wissenschaftliche Untersuchung führten die Forscher drei verschiedene Studien durch. Bei der ersten schauten sie, wie oft unter rund 47 000 deutschsprachigen Nutzern von Dating-Plattformen im Internet Vornamen wie Kevin, Justin, Marvin, Chantal, Mandy oder Celina angewählt wurden. Diese Namen hatten deutsche Lehrer in einer früheren Studie mit verhaltensauffälligen Kindern assoziiert.

Die Nutzer der Flirt-Portale bekamen per Mail nur den Namen, das Alter und die Postleitzahl des Wohnorts eines möglichen Partners zu lesen. Das Ergebnis: Menschen mit unattraktiven Vornamen erhielten nach der Analyse der Wissenschaftler deutlich weniger oder gar keine Klicks und Antworten. „Singles bleiben wohl lieber weiter allein, als sich mit einem Kevin oder einer Chantal zu treffen“, sagt Studienleiter Jochen Gebauer, Psychologe an der Humboldt-Universität. Auch zwei weitere Studien mit rund 4000 und 6000 Teilnehmern und einer größeren Vornamens-Mischung kamen zu einem ganz ähnlichen Ergebnis.

Die Psychologen halten es für wahrscheinlich, dass Menschen mit negativ besetzten Vornamen auch im wirklichen Leben häufiger soziale Zurückweisung erfahren und über ein geringeres Selbstwertgefühl verfügen. Allerdings sei der Name dabei nur eine Ursache von vielen. „Man meißelt die Zukunft eines Kindes mit einem Vornamen nicht in Stein“, betont Gebauer. Ein wenig Sorgfalt bei der Auswahl könne aber nicht schaden.

dpa

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