Die NASA schickt diese Baby-Tintenfische aus Hawaii ins Weltall.
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Die NASA schickt diese Baby-Tintenfische aus Hawaii ins Weltall.

SpaceX-Mission

Rakete mit ungewöhnlicher Fracht an Bord: NASA schickt Baby-Tintenfische ins Weltall

Baby-Tintenfische aus Hawaii sind im Weltall. 128 Kopffüßler befinden sich an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Eine ungewöhnliche Fracht.

Honolulu - Die Baby-Tintenfische sind Anfang Juni mit einer SpaceX-Rakete zur ISS gestartet. Die sogenannten Bobtail-Tintenfische (Euprymna scolopes) wurden im Kewalo Marine Laboratory der Universität von Hawaii aufgezogen. Durch Bakterien leuchten die Tiere im Dunklen. Die 128 Tintenfische sind Teil eines großen Forschungsprojekts erklärt die NASA.

Baby-Tintenfische im All - Wasserbewohner im Dienst der Raumfahrt

Das besondere: Das Immunsystem der Meeresbewohner ist dem des Menschen sehr ähnlich. „Tiere, einschließlich des Menschen, sind auf unsere Mikroben angewiesen, um ein gesundes Verdauungs- und Immunsystem aufrechtzuerhalten“, erklärt Jamie Foster, Studienleiter für das NASA-Programm. Die Tintenfische haben eine Symbiose mit natürlichen Bakterien, die sie zum Leuchten bringen. Wie sich ihre Beziehung im Weltall - also in der Schwerelosigkeit - verhält, wollen Wissenschaftler jetzt untersuchen.

„Wir verstehen nicht vollständig, wie die Raumfahrt diese vorteilhaften Wechselwirkungen verändert“, so Jamie Forster in einer Presserklärung der NASA.

Bei Astronauten verändern sich die Bakterien im Darm - die Beziehung ihres Körpers zu Mikroben. Mithilfe der Tintenfische erhoffen sich die Forscher ein besseres Verständnis für diesen Effekt. Ziel sei, laut NASA, langfristig die Gesundheit von Astronauten bei langen Weltraummissionen zu erhalten und dann natürlich die Erkenntnisse für alle Menschen auf der Welt.

128 Baby-Tintenfische schwimmen auf der ISS im Weltraum.

Baby-Tintenfische an Bord der ISS

Tierversuche an Bord der Raumstation sind nicht ungewöhnlich: Meistens reisen Ratten und Mäuse ins All. Aber auch Frösche und aktuell Bärtierchen werden genutzt. Die Baby-Tintenfische überleben übrigens die Reise nicht: Nach Abschluss der Tests werden sie eingefroren, um in Laboren auf der Erde analysiert zu werden

Die ISS ist seit 1998 im Weltraum. Die Weltraumstation steht für eine internationale Zusammenarbeit von NASA (USA), Roscosmos (Russland), JAXA (Japan), ESA (Europa) und CSA (Kanada). (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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