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Nasa-Sonde „Voyager 1“ hört Brummen, das 23 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt ist

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Von: Momir Takac

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Die Sonde „Voyager 1“ der Nasa.
Die Sonde „Voyager 1“ der Nasa. © IMAGO / StockTrek Images

Die Nasa-Sonde erforscht seit neun Jahren den interstellaren Raum. Jetzt schnappte die Voyager in rund 23 Milliarden Kilometern Entfernung ein Summen auf.

Vor 44 Jahren startete die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Raumsonde Voyager 1 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Richtung Weltall, um den interstellaren Raum, also das sternferne Weltraumgebiet einer Galaxie, zu erkunden. Im August 2017 kam sie dort an, inzwischen ist sie rund 23 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Und die Sonde, die so weit weg ist, wie kein von Menschen gemachtes Objekt zuvor, sendet immer noch Daten.

Instrumente der Voyager 1 haben jetzt hinter der Grenze des Sonnensystems ein Geräusch aufgefangen. „Wir entdeckten ein schwaches, anhaltendes Summen von interstellarem Gas“, wird die Astronomie-Doktorandin Stella Koch-Ocker von der Cornell Universität in der Online-Fachzeitschrift Nature Astronomy zitiert. Daten brauchen 21 Stunden, bis sie zur Erde gelangen.

Brummen im intertsellaren Raum: Daten von Nasa-Sonde brauchen 21 Stunden zur Erde

Das Summen sei sehr schwach und wurde von der Sonde in einer „engen Frequenzbandbreite“ zur Erde gesendet. Laut den Wissenschaftlern sei das Brummen so schwach gewesen, dass man es ohne Bearbeitung nicht hören würde.

Als die Voyager 1 im Jahr 2012 in den interstellaren Raum eintrat, entdeckten Messgeräte im interstellaren Medium, das hauptsächlich aus Wasserstoff und Plasma besteht, Störungen. Diese werden durch Sonnenwinde erzeugt. Zwischen den Störungen wurde ein gleichmäßiges Brummen ausgemacht.

Voyager-1-Daten sollen helfen: Wie ist die Heliosphäre geformt?

Studien-Hauptautor James Cordes sprach von einem „sanften Regen“ der Signale, nachdem die Sonde zuvor Folgen von Sonnenstürmen aufgezeichnet hatte, die er mit Blitzen in Gewittern auf der Erde verglich. Die Forscher gehen davon aus, dass es im interstellaren Gas mehr Ruhephasen und niederschwellige Aktivität gibt als bislang angenommen. Auch andere Forscher konnten etwas nie da gewesenes beobachten: eine heftige Kollision zweier Schwarzer Löcher.

Zudem stellten die Wissenschaftler:innen fest, dass Messungen des interstellaren Plasmas auch ohne besonderes Ereignis der Sonne möglich ist. Sie erhoffen sich auch Aufschlüsse darüber, wie die Heliosphäre, also die Plasmablase des Sonnensystems, geformt ist. Ein Nobelspreisträger glaubt, dass ein anderes Universum vor unserem existierte. (mt)

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