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Astronaut Matthias Maurer fliegt Sonntag nicht ins All - Nasa verschiebt Flug zur ISS

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Von: Astrid Theil

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Maurer
Bereit zum Abflug: Matthias Maurer aus Deutschland. © Nasa/ZUMA/dpa

Die Nasa musste wegen schlechter Wetterbedingungen die Mission „Cosmic Kiss“ verschieben. Der Flug zur ISS mit dem Saarländer Matthias Maurer (51) soll nun erst am Mittwoch starten.

Cape Canaveral - Ein Flug zur internationalen Raumstation mit dem deutschen Astronauten Matthias Maurer wurde von der Nasa verschoben. Wie die Nasa am Samstag mitteilte, sei der Flug nun für Mittwoch (3. November) geplant. Eigentlich hätte bereits am Sonntag (31. Oktober) die Mission „Cosmic Kiss“ starten sollen, die das erste Mal seit drei Jahren mit Matthias Maurer wieder einen deutschen Astronauten ins Weltall bringt. Der Flug musste wegen schlechter Wetterverhältnisse verschoben werden.

Deutscher Astronaut fliegt mit SpaceX von Elon Musk zur ISS

Gemeinsam mit Thomas Marshburn, Raja Chari und Kayla Barron fliegt der 51-jährige Saarländer vom als „Weltraumbahnhof“ bekannten Cape Canaveral in Florida zur Internationalen Raumstation ISS. Die vier Astronauten fliegen mit einem „Crew Dragon“ der privaten Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk. Maurer wird mit dieser Mission der zwölfte Deutsche im All sein, der vierte auf der ISS und der Erste, der mit einem „Crew Dragon“ dorthin geflogen ist.

Die Astronauten werden in etwa 400 Kilometern Höhe sechs Monate lang mehr als hundert Experimente durchführen. Maurer wird voraussichtlich auch für einen Außeneinsatz eingesetzt werden. 36 der Experimente, die bei der Mission „Cosmic Kiss“ durchgeführt werden, wurden in Deutschland entwickelt. Forschen wollen der Astronaut Matthias Maurer und seine Crew in Bereichen von Physik, Biologie, Medizin und künstlicher Intelligenz und dabei neue Technologien erproben.

Jahrelange Vorbereitung: Maurer setzte sich gegen 8500 Bewerber durch

Für Maurer erfüllt sich mit seiner ersten Weltraummission „Cosmic Kiss“ ein Traum, für den er hart kämpfte und jahrelang trainierte. 2008 bewarb es sich auf eine Ausschreibung der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, die neue Astronauten suchte. „Mir war sofort klar: Das ist mein Ding“, sagte der promovierte Materialwissenschaftler im Bayerischen Rundfunk. Gegen fast 8500 Bewerbern setzte er sich durch. Als einer von nur zehn Kandidaten bestand Maurer das mehrstufige Auswahlverfahren und wurde 2015 als zweiter Deutscher nach Alexander Gerst in das aktuelle europäische Astronautenkorps aufgenommen. 2018 konnte er schließlich seine Grundausbildung zum Astronauten abschließen.

Astronaut Maurer: „Wenn man Kontakt zur Station verliert, ist man Weltraumschrott“

Für die ISS-Expedition absolvierte Maurer ein hartes Programm, darunter Überlebenstrainings in der Kälte und auf dem Wasser. Auch auf Außenbordeinsätze wurde er vorbereitet. Um diese zu simulieren, trainierte er mit einem 200 Kilogramm schweren Raumanzug unter Wasser - an zwei Stellen mit Halteseilen gesichert. „Wenn man den Kontakt zur Station verliert, dann ist man Weltraumschrott“, sagte er im ZDF. Auf den Materialwissenschaftler wartet während des sechsmonatigen Aufenthalts auf der ISS ein straffes Programm.

Jeder Tag folgt einem Stundenplan wie in der Schule, der ihm genau vorgibt, wann er sich welchen wissenschaftlichen Experimenten zu widmen hat. Während seiner Mission möchte Maurer in engem Kontakt mit den Menschen auf der Erde bleiben. So plant er unter anderem 360-Grad-Videos aufzunehmen. Fragen rund um die Mission „Cosmic Kiss“, die ISS allgemein und seinen Beruf beantwortet er bereits auf Twitter unter dem Hashtag „AskMatthias“. (at/dpa/afp)

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