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Nach Ufo-Sichtungen: Nasa-Chef schließt außerirdisches Leben nicht aus - „anmaßend und arrogant“

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Von: Bettina Menzel

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Weltraumforschung
Bill Nelson, Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa, hat außerirdisches Leben nicht ausgeschlossen. (Archivfoto) © Pablo Camacho/Imago Images

Aliens und Ufos sind meist Stoff für Hollywood-Streifen oder Verschwörungstheorien. Doch sowohl das US-Militär, die Politik als auch der Nasa-Chef halten Außerirdische für möglich.

Washington D.C. – Das US-Militär hat im Juni 2021 einen mit Spannung erwarteten Bericht über 144 unbekannte Flugobjekte veröffentlicht. Schon im Jahr 2017 waren Videos an die New York Times geleakt worden.

Sie zeigen Flugobjekte, die schnell die Richtung ändern, weder erkennbare Flügel noch Antriebe haben und teils extrem beschleunigen. Das Pentagon bestätigte ihre Echtheit, doch eine offizielle Erklärung für die Flugobjekte gibt es von Militärseite bislang nicht.

Weltall: Nasa-Chef Bill Nelson schließt Außerirdische nicht aus

„Wir wissen nicht, was diese Objekte sind“, sagte der Nasa-Chef Bill Nelson außergewöhnlich offen bei einem Vortrag vor Studenten der University of Virginia, wie die Welt berichtete. Es könne sich womöglich um Raumschiffe aus fernen Galaxien handeln, so Nelson. „Wir müssen herausfinden“, meinte Nelson, „wer oder was da draußen ist.“

Pentagon veröffentlicht Ufo-Papier
Dieses Standbild eines vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichten Videos zeigt ein UFO (unidentifiziertes Flugobjekt), das Piloten des US-Militärs sichteten. © U.S. Department of Defense/PA/dpa

Man müsse die Sichtungen ernst nehmen, da zahlreiche Radargeräte einige Auffälligkeiten festgestellt hätten, so der ehemalige Astronaut, der einst selbst ins All flog. Einen Beweis für außerirdisches Leben habe die Wissenschaft bisher nicht. Aber man könne das auch nicht ausschließen, so Nelson in seiner Rede weiter: „Wer bin ich zu sagen, dass die Erde der einzige Ort ist, an dem eine zivilisierte Lebensform wie unsere entstehen könnte?“ Dem Nasa-Chef wäre außerirdisches Leben in einem Punkt anscheinend sogar lieber: „Wir hoffen, dass keiner unserer Gegner hier auf der Erde über solche Technologien verfügt.“ Eine der Aufgaben der Nasa sei es, Beweise für außerirdisches Leben zu finden. Der Rover „Perseverance“ wurde zu diesem Zweck auf den Mars geschickt. In einem Interview mit CNN betonte der Nasa-Chef, dass er persönlich nicht glaube, „dass wir allein im Universum sind.“

Mit seiner Einschätzung befindet sich Bill Nelson in hochkarätiger Gesellschaft: Ähnlich äußerten sich bereits die früheren US-Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, wie The Hill berichtet. Auch der ehemalige CIA-Direktor John Brennan hielt es bereits für „etwas anmaßend und arrogant zu glauben, dass es nirgendwo im gesamten Universum eine andere Lebensform“ gebe. Ähnlich äußerte sich Avril Haines, Chefin des Nationalen Nachrichtendienstes (DNI). John Ratcliff, ehemaliger Direktor der nationalen Nachrichtendienste, ging sogar noch einen Schritt weiter – und schloss eine US-amerikanische Technologie als Ursprung der UFOs aus. Auch ausländische Technologien seien keine Erklärung für die Phänomene, so Ratcliff. Er verwies zudem auf „geheime Berichte“. Es seien Technologien, die „wir nicht haben und gegen die wir uns offen gesagt auch nicht verteidigen könnten“, so Ratcliff weiter.

Weltraumforschung: Wie wahrscheinlich ist außerirdisches Leben?

Der fiktive Charakter James Holden entdeckte als Kapitän des Raumschiffs Rocinante in der SciFi-Serie „The Expanse“ mit seiner Crew eine unbekannte Lebensform. Anders als in vielen Hollywood-Produktionen oder Serien handelte es sich dabei nicht um grüne Männchen mit großen Köpfen und mandelförmigen Augen. Stattdessen war die außerirdische Lebensform eine blau leuchtende Masse, die alles verschlang, was ihr in die Quere kam. Intelligent zwar, doch die Menschen konnten nicht auf direktem Wege mit ihr kommunizieren.

Diese Darstellung ist aus Sicht von Physikern gar nicht so unrealistisch. Zahlreiche Autoren gestalten Aliens oft recht menschenähnlich, wie es im Wissenschafts-Podcast „Sag mal du als Physiker“ heißt. In Wirklichkeit seien Aliens wahrscheinlich Konstrukte, die sich die Menschheit nicht vorstellen könne. Demnach wäre es möglich, dass Aliens einen viel längeren Stoffwechsel als Menschen haben. In einem solchen Fall könnten sie in Mustern kommunizieren, die sich so langsam ändern, dass Menschen das nicht bemerken.

Außerirdisches Leben? Prominente Theorie untersuchen das Phänomen

Es gibt noch keine offiziellen Beweise für außerirdisches Leben. Allerdings gibt es mehrere wissenschaftliche Theorien: Etwa die Rare-Earth-Hypothese, welche besagt, dass die Erde einzigartig ist und es sie auch unter Milliarden Planeten nur einmal gibt. Andere intelligente Lebewesen gibt es demnach nicht.

Der Astrophysiker Frank Drake interessierte sich bereits in den 60er-Jahren für die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass wir in unserer Milchstraße auf intelligentes Leben stoßen. Daraus entstand die berühmte Drake-Gleichung, die verschiedene unbekannte Faktoren heranzieht, etwa die Rate, mit der Sterne in der Milchstraße entstehen oder die Wahrscheinlichkeit, dass intelligentes Leben das Interesse und die Möglichkeiten hat, interstellare Kommunikation aufzubauen. Das Fermi-Paradox beschäftigt sich mit dem Widerspruch, warum uns intelligentes Leben noch nicht kontaktiert hat, wenn es doch Milliarden von Sternen im Universum gibt. (Bettina Menzel)

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