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Muammar al Gaddafi

NATO fliegt weitere Angriffe auf Tripolis

Tripolis - Bei erneuten Luftangriffen in Libyen hat die NATO eigenen Angaben zufolge Kommandozentralen in der Hauptstadt Tripolis sowie in der südwestlichen Stadt Sebha getroffen

Ziel sei es, die Kommunikation zwischen Machthaber Muammar al Gaddafi und seinen im Land verteilten militärischen Einheiten zu durchbrechen, teilte das Militärbündnis am Samstag mit. In der Nähe der Stadt Sirte seien bei den Angriffen am Freitag zudem drei Stellungen von Boden-Luft-Raketen zerstört worden, drei Raketenwerfer seien außerhalb der von den Rebellen gehaltenen Stadt Sintan unschädlich gemacht worden.

Seit Beginn der Mission im März seien insgesamt bereits mehr als 7.500 Einsätze geflogen worden, bei fast 3.000 davon habe es sich um Angriffsflüge gehandelt, hieß es in einer Mitteilung der NATO. Neben etwa 200 Flugzeugen, die zur Durchsetzung der Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land eingesetzt werden, kontrollieren den Angaben zufolge 21 Schiffe der Allianz die Gewässer vor der libyschen Küste.

Seit Beginn der Mission seien 47 Schiffe überprüft worden, hieß es weiter. Sieben, die im Verdacht gestanden hätten, Waffen nach Libyen liefern zu wollen, seien umgeleitet worden. Erst am Freitag hätten die NATO-Patrouillen einen mit Treibstoff beladenen Tanker gestoppt. “Wir hatten Grund zu der Annahme, dass dieser für militärische Zwecke bestimmt war“, erklärte ein Vertreter der NATO am Samstag in Brüssel.

Nach der Bombardierung der Häfen von Tripolis, Choms und Sirte in der Nacht zum Freitag sagte ein Sprecher der Regierungstruppen bei einer Pressekonferenz, die zerstörten Kriegsschiffe hätten seit März ihre Liegeplätze nicht verlassen, weil die NATO erklärt habe, dass sie andernfalls als militärische Ziele betrachtet würden. Das Militärbündnis hatte Gaddafi vorgeworfen, seine Kriegsschiffe unter anderem beim Versuch eingesetzt zu haben, die Einfahrt zum Hafen von Misrata zu verminen.

NGO fordern Aufklärung über Tod von Fotografen

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) und das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) forderten Libyen unterdessen zur Herausgabe der Leiche des getöteten südafrikanischen Fotografen Anton Hammerl auf. Am Donnerstag hatten von der libyschen Regierung freigelassene ausländische Journalisten gesagt, sie hätten gesehen, wie der 41-Jährige am 5. April von Regierungstruppen erschossen worden sei. Die Journalisten waren seither von der libyschen Regierung festgehalten worden.

“Libysche Regierungstruppen haben Anton Hammerl vor sechs Wochen getötet und dann gelogen über das, was geschehen war“, sagte HRW-Krisendirektor Peter Bouckaert. “Sie hatten seinen Pass und wussten, dass er tot war. Nun sollten sie zumindest seine Leiche freigeben und ehrliche Antworten über sein Schicksal liefern.“

dapd

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