Noel Martin gestorben
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Rassismus-Opfer Noel Martin ist gestorben. 

„Dieser Tod macht betroffen und zornig“

24 Jahre nach dem Anschlag: Neonazi-Opfer Noel Martin gestorben

Der Brite Noel Martin ist gestorben. Seit einem rassistischen Anschlag vor 24 Jahren in Brandenburg war der Mann querschnittsgelähmt.  

  • Noel Martin ist im Alter von 60 Jahren gestorben.
  • Der britische Bauunternehmer wurde im Juni 1996 in Brandenburg von Neonazis angegriffen und saß seitdem im Rollstuhl.
  • Sein Kampfgeist beeindruckte. 

 Birmingham - Der Brite Noel Martin ist 24 Jahre nach einem Neonazi-Überfall in Brandenburg gestorben. Der Mann, der seit dem Angriff querschnittsgelähmt war, starb am Dienstag im Alter von 60 Jahren in seiner britischen Heimatstadt Birmingham in einem Krankenhaus, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg unter Berufung auf seine Pflegerin berichtete. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich am Mittwoch bestürzt.

Neonazi-Angriff auf Noel Martin  

Martin war am 16. Juni 1996 Opfer eines rassistischen Anschlags im brandenburgischen Mahlow geworden, bei dem er mit seinem Auto von der Straße gedrängt wurde. Der schwarze Brite war zuvor als Bauarbeiter nach Deutschland gekommen.

Martin habe „nach dieser schrecklichen Tat die Kraft gefunden, vor allem Jugendliche vor Rassismus und Rechtsextremismus zu warnen“, erklärte Woidke. Der SPD-Politiker erinnerte daran, dass Martin im Sommer 2001 nach Mahlow zurückgekehrt war, „um eine Demonstration gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit anzuführen“. „Die jüngsten Ereignisse etwa in Halle oder Hanau zeigen eindrücklich, wie wichtig und notwendig dieses Engagement ist“, betonte Woidke. Auch zu Bayern hatte der Brite eine besondere Beziehung aufgebaut. Laut Merkur.de* spendete er Geld für die Opfer des Eishallen-Unglücks von Bad Reichenhall

„Dieser Tod macht betroffen und zornig“, erklärte auch der brandenburgische Linken-Fraktionschef Sebastian Walter am Mittwoch. Martins Tod zeige, dass Rassismus schon immer zu Taten führte, mahnte Walter.

Die beiden Täter waren damals vom Landgericht Potsdam wegen gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr und schwerer Körperverletzung zu Haftstrafen von acht und zwölf Jahren verurteilt worden. Sie sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.(AFP)*Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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