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Neue Lawinenopfer in den Alpen

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- Innsbruck - Bei schweren Lawinenabgängen nach den heftigen Schneefällen in den Alpen sind erneut vier Menschen ums Leben gekommen. Die österreichischen und deutschen Behörden warnten auch für das Wochenende vor anhaltend hoher Lawinengefahr. Wegen des milderen Wetters sei mit vermehrten Lawinenabgängen zu rechnen. Insgesamt sind seit Beginn des Winters in den österreichischen Alpen bereits 32 Menschen von Lawinen getötet worden, 18 davon in Tirol.

Für die Lawinenauslösung reicht schon geringe Zusatzbelastung, also etwa ein einzelner Skifahrer oder Snowboarder" warnte der Tiroler Lawinenexperte Rudi Mair. Nach Angaben der Lawinenwarnzentrale in Bayern wurde am Freitag die Stufe vier der fünfteiligen Skala erreicht. Eine Lawinenauslösung sei an vielen Steilhängen bereits durch eine geringe Zusatzbelastung möglich. Es könne mit der Erwärmung am Tage auch zu Selbstauslösung kommen.

Die österreichische Bergrettung barg am Freitag die Leiche eines 47-jährigen Dänen, der am Vortag im Salzburger Land von einem Schneebrett verschüttet worden war. Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der Mann die gesicherten Pisten verlassen und dabei das Schneebrett selber losgetreten. Im Tiroler Unterland bei Achenkirchen wurde am Freitag ein deutscher Snowboarder tot geborgen, der bei einem Lawinenabgang am Donnerstag von den Schneemassen über eine 150 Meter hohe Eiswand gerissen wurde.

Der junge Mann hatte nach Polizeiangaben zusammen mit einem Freund aus Bayern am Donnerstag die gesicherten Pisten verlassen und wurde von der Lawine erfasst. Rettungsmannschaften nahmen am Freitagmorgen erneut die Suche nach dem Mann auf. Sein Freund war ebenfalls von der Schneemassen mitgerissen worden, hatte sich aber schwer verletzt aus der Lawine befreien können und Alarm ausgelöst.

Auch in den Schweizer Alpen fanden zwei Menschen den Tod, wie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung am Freitag in Davos mitteilte. Im Kanton Graubünden begrub eine Lawine einen Skifahrer, im Wallis wurde ein Bergsteiger in die Tiefe gerissen.

Am Donnerstag hatten die Bergretter zahlreiche leichtsinnige Skifahrer und Snowboarder bergen müssen. Im Raum St. Anton löste sich am Nachmittag ein Schneebrett und verschüttete zwei niederländische Urlauberinnen, die jedoch unverletzt geborgen wurden. Bei der spektakulären Bergung einer Snowboardergruppe im Tiroler Zillertal war ein Helfer schwer verletzt worden.

Insgesamt 32 Lawinenopfer hat die Wintersaison bisher in Österreich gefordert, teilte das Kuratorium für alpine Sicherheit am Freitag mit. 2003/2004 waren nach Angaben der Nachrichtenagentur APA insgesamt acht Menschen bei Lawinenabgängen getötet worden. Zwei Drittel der Verunglückten seien über 40 Jahre alt gewesen.

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