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„Alarmierend“: Neue Omikron-Variante BA.2.75 entdeckt – auch in Deutschland

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Von: Martina Lippl

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Sars-CoV-2: Das Modell eines Coronavirus ist vielen inzwischen bekannt. Britische Forscher warnen vor einem neuen Omikron-Subtyp.
Sars-CoV-2: Das Modell eines Coronavirus ist vielen inzwischen bekannt. Britische Forscher warnen vor einem neuen Omikron-Subtyp. © imago

Das hat uns gerade noch gefehlt. Eine neue Omikron-Variante BA.2.75 ist aufgetaucht – auch in Deutschland. Ein britischer Virologe bezeichnet diese Entdeckung als „alarmierend“.

London – Immer wieder tauchen auf der Welt neue Coronavirus-Varianten auf. Viren mutieren, auch das Coronavirus Sars-CoV-2. Bei einer neuen Omikron-Variante namens BA.2.75 schrillen jedoch beim Virologen Thomas Peacock die Alarmglocken. Der britische Forscher vom Imperial Collage London hatte damals als einer der Ersten bei Omikron angesichts der ungewöhnlichen Anzahl der Spike-Mutationen den Finger gehoben.

„Es lohnt sich, BA.2.75 genau im Auge zu behalten – viele Spike-Mutationen, wahrscheinlich Variante der zweiten Generation, scheinbar schnelles Wachstum und weite geografische Verbreitung...“, twittert Londoner Top-Virologe.

Corona: Ist der neue Omikron-Subtyp BA.2.75 gefährlich?

Bei der neuen Omikron-Variante handelt es sich seiner Auffassung nach um eine „Variante der zweiten Generation“. Die nach inzwischen einheitlichen Konsens in der Wissenschaft durch chronische Infektionen entstehen könnten. Es handelt sich demnach um die zweite Generation der Omikron-Variante BA.2. Einige erinnern sich bestimmt:

Omikron-Subtyp BA.2 setzte sich recht schnell vergangenen Winter zuerst in Dänemark, Großbritannien und dann Ende Februar 2022 dominant in Deutschland durch. Für den Unterschied zwischen BA.1 und BA.2 bemühte der Charité-Virologe Christian Drosten einen Autovergleich: Beide hätten fast gleich breite Reifen, aber im Fall von BA.2 habe der Motor „schon ein paar PS mehr“. 

Omikron-Subtyp BA.2.75 auch in Deutschland nachgewiesen

Und jetzt taucht die neue Omikron-Variante BA.2.75 auf. Der neue Subtyp weist eine hohe Anzahl unterschiedlicher Mutationen auf, so Virologe Thomas Peacock. In Indien, Großbritannien, Kanada und auch Deutschland sei BA.2.75 nachgewiesen worden. Die sequenzierten Fälle in den Labors liegen über 50. Experten schätzen aufgrund der großen geografischen Ausbreitung die Verbreitung höher ein. Noch sind die Daten zu gering, um die Lage konkret zu beurteilen.

Momentan haben die meisten von uns wohl Omikron BA.5 auf dem Radar. Der Anteil der Omikron-Sublinie in Deutschland inzwischen bei 66 Prozent, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI)im jüngsten Corona-Lagebericht (Stand: 30. Juni 2022) mit. „Sie ist zur dominierenden Variante geworden“, so das RKI.  

Aktuell ist die Variant of Concern (VOC) Omikron die in Deutschland dominierende SARS-CoV-2-Variante, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI)im jüngsten Corona-Lagebericht (Stand: 30. Juni 2022) mit. „Andere Varianten, wie die VOC Delta und zuvor die VOC Alpha, wurden fast vollständig verdrängt und werden zurzeit nur sehr selten nachgewiesen.“

Sars-CoV-2: Das Modell eines Coronavirus ist vielen inzwischen bekannt. Britische Forscher warnen vor einem neuen Omikron-Subtyp.
Sars-CoV-2: Das Modell eines Coronavirus ist vielen inzwischen bekannt. Britische Forscher warnen vor einem neuen Omikron-Subtyp. © imago

Coronavirus Sars-CoV-2: Besorgniserregende Varianten – Variant of Concern (VOC) laut WHO (Stand: 4. Juli 2022)

Die Definition als VOC erfolgt, laut RKI, wenn Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit, einen schwereren Krankheitsverlauf und/oder eine immunevasive Wirkung vorliegen.

Alpha (B.1.1.7)
Beta (B.1.351)
Gamma (P.1)
Delta (B.1.617.2)
Omikron (B.1.1.529)

Coronavirus in Deutschland: Von Omikron werden vom RKI die Sublinien BA.1 bis BA.5 erfasst

Neue Omikron-Variante BA.2.75 in fünf Ländern nachgewiesen

Bei der neuen Omikron-Variante BA.2.75 handelt es sich um eine zweite Generation der BA.2.-Variante, die im Winter in Deutschland dominierte. In fünf Ländern ist die Omikron-Variante BA.2.75 bereits nachgewiesen worden.

Ob sich die Corona-Variante tatsächlich „alarmierend“ entwickelt? Es gab schon Corona-Varianten, die anfangs beängstigend aussahen und dann von der Bildfläche verschwanden. So setzte sich die Delta-Variante gegen die Beta-Variante durch. Dabei konnte die Beta-Variante dem Immunsystem komplett entkommen. Es wird ein paar Wochen dauern, bis wir wissen, ob BA.2.75 tatsächlich ansteckender ist und das Immunsystem noch raffinierter austrickst als bisherige Varianten. (ml)

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