+
Der mutmaßliche "deutsche Fritzl" mit seinem Anwalt in Koblenz vor Gericht. Er hat teilweise gestanden.

Neue Vorwürfe im Westerwälder Missbrauchsfall

Koblenz - Am ersten Tag des Prozesses um Hunderte Sexual- und Gewaltverbrechen in einer Familie im Westerwald sind neue Missbrauchsvorwürfe aufgetaucht.

Vor dem Landgericht Koblenz kam am Dienstag heraus, dass der 48 Jahre alte Angeklagte möglicherweise auch eine gemeinsame Tochter von ihm und seiner Stieftochter missbrauchte. Die Staatsanwaltschaft ermittele wegen dieses Vorwurfs in einem separaten Verfahren, sagte der Richter.

Lesen Sie auch:

Angeklagter gesteht: Kinder mit Stieftochter

Das Gericht verlas ein ärztliches Gutachten, das darauf schließen lässt, dass das im Februar 2004 geborene Kind sexuell missbraucht wurde. Klinikärzte diagnostizierten im vergangenen Jahr Verletzungen an den Geschlechtsorganen. Der Angeklagte sitzt seit dem 10. August in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 48-Jährigen aus Fluterschen (Kreis Altenkirchen) vor, seit 1987 in 350 Fällen seine leibliche Tochter und zwei Stiefkinder schwer misshandelt und sexuell missbraucht zu haben. Mit seiner Stieftochter hat er acht Kinder gezeugt, wie DNA-Tests beweisen.

In einer vom Verteidiger verlesenen Erklärung räumte der Mann ein, Vater der Kinder zu sein. Er bestritt aber alle anderen Vorwürfe. Er soll unter anderem seine Tochter und Stieftochter in 35 Fällen zur Prostitution gezwungen zu haben.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

London: 20-jähriger Bombenbastler zu 15 Jahren Haft verurteilt
London - Ein 20-Jähriger Brite, der eine selbst gebastelte Bombe in eine volle U-Bahn geschmuggelt hatte, ist von einem Gericht in London zu 15 Haft verurteilt worden.
London: 20-jähriger Bombenbastler zu 15 Jahren Haft verurteilt
Versuchte Kindesentführung - Verdächtiger nach fünf Jahren geschnappt
Marburg - Fast fünf Jahre nach der versuchten Entführung eines Kindes in Hessen hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen.
Versuchte Kindesentführung - Verdächtiger nach fünf Jahren geschnappt
Kitas müssen Impfmuffel künftig melden
Wer sein Kind in einer Kita unterbringen möchte, muss den Nachweis einer Impfberatung vorlegen. Wer diesen Nachweis nicht hat, dem droht künftig die Meldung beim Amt.
Kitas müssen Impfmuffel künftig melden
Ausbruch aus Psychiatrie: Polizei warnt vor geflüchtetem Straftäter
Kleve - In Kleve ist ein 35-Jähriger aus der psychiatrischen LVR-Klinik ausgebrochen. Möglicherweise ist er bewaffnet. Die Polizei NRW fahndet und bittet um HInweise aus …
Ausbruch aus Psychiatrie: Polizei warnt vor geflüchtetem Straftäter

Kommentare