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Bisher gab es in der diesjährigen Klettersaison am Mount Everest nun schon mindestens neun Tote.

Leichen von vier Männern entdeckt

Vier Tote am Mount Everest - „Wissen nicht, wie sie gestorben sind“

Erneut sind mehrere Bergsteiger beim Versuch, den höchsten Berg der Welt zu bezwingen, ums Leben gekommen. 

Kathmandu - Am Mount Everest wurden die Leichen von vier Bergsteigern entdeckt, wie ein Expeditionsveranstalter am Mittwoch mitteilte. Die Toten seien am Dienstag bei der Suche nach der Leiche eines am Sonntag verunglückten Bergsteigers in einer Höhe von 7950 Metern in einem Zelt gefunden worden.

"Unsere Bergungskräfte haben die Leichen von vier Bergsteigern in einem Zelt in Camp IV gefunden", sagte Mingma Sherpa von der Agentur Seven Summits Trek in Kathmandu, die Expeditionen und Rettungsmissionen leitet. "Wir wissen nicht, wer sie sind und wodurch sie ums Leben gekommen sind", fügte er hinzu.

Örtlichen Medienberichten zufolge handelte es sich bei den Toten um zwei ausländische Bergsteiger sowie um zwei Sherpas. Von den Behörden gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Am Dienstag waren heftige Stürme über das "Dach der Welt" gefegt. Zahlreiche Alpinisten mussten daher ihren Aufstieg unterbrechen.

Der US-Kenner des Mount Everest, Alan Arnette, vermutete in seinem Blog, die vier Bergsteiger seien an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben, als sie in ihrem Zelt Gaskocher benutzt hätten. "Das ist nicht nur traurig, sondern völlig unverantwortlich", schrieb Arnette. Sollte seine Vermutung zutreffen, bedeute dies, dass "grundlegende Camping-Regeln" missachtet worden seien.

Zugleich erhob der US-Experte Vorwürfe gegen die Begleiter der ausländischen Alpinisten. "Die Ausländer bezahlen die Führer, damit sie sich um sie kümmern." Die Bergsteiger hätten es "besser wissen müssen", und ihre "sogenannten Sherpas haben ihre Arbeit nicht gemacht".

Insgesamt starben in dieser Saison bereits zehn Bergsteiger am Mount Everest. Erst am Wochenende waren vier Menschen am höchsten Gipfel der Welt ums Leben gekommen: ein Slowake, ein Australier, ein US-Bürger und ein Inder. Als Todesursache wurde die Höhenkrankheit vermutet. Es war das tragischste Wochenende auf dem "Dach der Welt" seit dem Lawinenunglück mit 18 Toten im Jahr 2015.

Der Slowake Vladimir Strba wurde einige hundert Meter vom Gipfel entfernt tot entdeckt - in der sogenannten Todeszone oberhalb von 8000 Metern, wo der Sauerstoffmangel die Funktion der menschlichen Organe beeinträchtigt. Ein Bergungstrupp, der Strbas Leiche bergen sollte, stieß dann auf die vier Leichen in dem Zelt.

Mehr als 382 Bergsteiger erreichten den 8848 Meter hohen Gipfel von der Südseite her, rund 120 weitere schafften es von der tibetischen Seite. Die kurze Bergsteigersaison im Himalaya dauert nur von April bis Ende Mai, wenn günstiges Wetter herrscht. Ab Juni sorgt der Monsun-Regen für erschwerte Bedingungen.

Nepal stellte für diese Saison die Rekordzahl von 373 Genehmigungen für die Besteigung des Mount Everest aus. Auf tibetischer Seite wurden 136 Mal eine Erlaubnis erteilt, den Berg von der Nordflanke her zu erklimmen. Der Ansturm auf den Berg wird immer wieder von Kennern kritisiert, zumal inzwischen unerfahrene Anbieter vergleichsweise günstige Expeditionen unternehmen und dabei die Sicherheit ihrer Kunden aufs Spiel setzen.

Derweil bestritten mehrere erfahrene Alpinisten Angaben, wonach der Hillary Step zerstört sein soll. Die zwölf Meter hohe Felsstufe, das letzte Hindernis auf dem Weg zum Gipfel, sei "unverändert", hieß es. Allerdings sei ein großer Stein oberhalb davon herabgestürzt, erklärte Pemba Dorje Sherpa, der am Samstag zum 16. Mal den Gipfel bezwang.

"Deswegen war es einfacher, den Gipfel zu erreichen, aber vielleicht hat das die Leute verwirrt und sie dachten, die Stufe sei weg." Zuvor hatte der Brite Tim Mosedale am Tag nach seiner Gipfelbesteigung vor gut einer Woche auf Facebook erklärt: "der Hillary Step ist nicht mehr". Der Neuseeländer Edmund Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay hatten 1953 als erste Menschen der Welt den Mount Everest bezwungen.

AFP

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