Massive Planungsfehler sollen die Katastrophe mit 21 Toten verursacht haben. Foto: Roland Weihrauch
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Massive Planungsfehler sollen die Katastrophe mit 21 Toten verursacht haben. Foto: Roland Weihrauch
Kurz vor dem Unglück stehen Menschen dicht gedrängt an einem Tunnelausgang in Duisburg Foto: Daniel Naupold
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Kurz vor dem Unglück stehen Menschen dicht gedrängt an einem Tunnelausgang in Duisburg Foto: Daniel Naupold
Tausende Menschen drängen sich in und vor dem Tunnel, in dem sich eine Massenpanik ereignete. Foto: Erik Wiffers/Archiv
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Tausende Menschen drängen sich in und vor dem Tunnel, in dem sich eine Massenpanik ereignete. Foto: Erik Wiffers/Archiv
Kreide markiert die Lage der Toten am Ort der Loveparade-Katastrophe. Foto: Achim Scheidemann/Archiv
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Kreide markiert die Lage der Toten am Ort der Loveparade-Katastrophe. Foto: Achim Scheidemann/Archiv
Die Gedenkstätte für die Loveparade-Opfer. Foto: Roland Weihrauch
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Die Gedenkstätte für die Loveparade-Opfer. Foto: Roland Weihrauch
Während einer Gedenkfeier am 24 July 2017 legen Menschen am Unglücksort Blumen nieder. Foto: Roland Weihraucha
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Während einer Gedenkfeier am 24 July 2017 legen Menschen am Unglücksort Blumen nieder. Foto: Roland Weihraucha
Kerzen zum Gedenken an die Opfer im Tunnel zum ehemaligen Loveparade-Gelände in Duisburg. Foto: Oliver Berg
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Kerzen zum Gedenken an die Opfer im Tunnel zum ehemaligen Loveparade-Gelände in Duisburg. Foto: Oliver Berg

Loveparade-Katastrophe 2010

Neues Gutachten wirft Planern der Loveparade Fehler vor

Es wird ein Prozess der Superlative. Monatelang wird bald in Düsseldorf verhandelt, ob es Fehler gegeben hat bei den Planungen zur Loveparade, die in der Katastrophe mit 21 Toten mündete. Ja, heißt es nun in einem Gutachten - es habe sogar massive Planungsmängel gegeben.

Düsseldorf (dpa) - Vor dem Prozess um die Duisburger Loveparade-Katastrophe stützt ein für die Anklage wichtiges Gutachten der Staatsanwaltschaft nach Angaben der "Rheinischen Post" die Vorwürfe der Opfer an die Veranstalter.

Demnach wird in dem Gutachten der Verdacht bestätigt, dass massive Planungsfehler die Katastrophe mit 21 Toten und mehr als 650 Verletzten verursacht haben.

Aus dem Gutachten gehe hervor, dass unter anderem die Gefahr von Stockungen und eines Besucherstaus im Zugangstunnel zum Gelände unterschätzt worden sein sollen, heißt es in der "Rheinischen Post". Außerdem sollen die "Vereinzelungsanlagen" falsch konzipiert gewesen sein. Mit ihnen sollten vor sieben Jahren eigentlich die Besucherströme zum Loveparade-Gelände gesteuert werden. Das Gutachten kommt laut Zeitung zu dem Schluss, die Anlagen seien nicht auf die erwarteten Besuchermengen ausgerichtet. Sie seien unter anderem sehr unterschiedlich ausgefallen und nicht breit genug gewesen.

In dem 2000 Seiten starken Gutachten hatte der Sicherheitsexperte Jürgen Gerlach im Auftrag der Staatsanwaltschaft untersucht, welche Fehler die Verantwortlichen bei der Planung und Genehmigung im Vorfeld des Festivals gemacht hatten. Bereits vor einigen Tagen hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, Gerlach stütze die Anklage. Die Anklagebehörde war für eine Stellungnahme am Freitagmorgen zunächst nicht zu erreichen.

Der Wuppertaler Professor, ein Experte für Verkehrssicherheit und die Sicherheit bei Großveranstaltungen, kritisiert in seiner Arbeit auch die Planungen für den Karl-Lehr-Tunnel, durch den die Festivalbesucher am 24. Juli 2010 auf dem Weg zum Eingang gehen mussten. Diese enge Röhre sei der einzige Ab- und Zugang zum Gelände gewesen und somit ein Gefahrenpunkt. Man habe die Gefahr von Stockungen und Rückstaus im Tunnelbereich möglicherweise bei den Planungen unterschätzt, kritisiert Gerlach.

Der Prozess gegen sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters beginnt am 8. Dezember vor dem Landgericht Duisburg. Verhandelt wird allerdings aus Platzgründen in Düsseldorf. Die Angeklagten müssen sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Bis Ende 2018 sind zunächst 111 Verhandlungstage eingeplant.

Die Anklage hatte sich zunächst ganz wesentlich auf ein Gutachten des britischen Panikforschers Keith Still gestützt - doch das befanden die Richter wegen gravierender Mängel als nicht verwertbar. Die Staatsanwaltschaft gab daraufhin das Gutachten bei Gerlach in Auftrag.

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