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Ein Mann fand den in eine Muelltuete, zwei Plastiktueten und in ein Handtuch eingewickelten Saeugling gegen 16.00 Uhr .

Bürgermeister ist bis ins Mark erschüttert

Totes Baby in Müllsack entdeckt

Kassel - Im Landkreis Kassel ist am Samstagnachmittag ein totes Neugeborenes am Straßenrand entdeckt worden. Es handelt sich um ein kleines Mädchen, wie eine Polizeisprecherin in Kassel sagte.

Fünf Zentimeter Schnee bedecken am Sonntagmorgen die Stelle, an der am Tag zuvor im Landkreis Kassel ein totes Neugeborenes entdeckt wurde. Nichts deutet mehr darauf hin, dass die Polizei nur wenige Stunden zuvor eine Böschung neben der Straße aus Grebenstein etwa 150 Meter vor dem Ortsschild des Stadtteils Udenhausen zur Spurensicherung weiträumig abgesperrt hat. Ein Spaziergänger hatte dort am Samstag gegen 16.00 Uhr den toten Säugling gefunden - eingewickelt in eine schwarze Mülltüte, zwei bunte Plastiktüten und in ein mit orange-weißen Clownfischen bedrucktes Handtuch.

Wie das kleine Mädchen zu Tode kam, ist zunächst unklar. Die zuständige Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion des Leichnams an, die Gießener Gerichtsmediziner am Sonntag im Klinikum Kassel durchführen sollten. Eine Polizeisprecherin sagt an der Fundstelle, das Baby müsse frisch entbunden worden sein, da die Nabelschnur noch nicht abgetrennt gewesen sei. Auch sei das Kind noch voller Käseschmiere gewesen, mit der Babys bei der Geburt überzogen sind. Wer es am Straßenrand ablegte oder aus einem Wagen warf, wer die Mutter ist - alles noch unklar. Die Polizei sucht Zeugen.

Der letzte derartige Fall in Nordhessen liegt nach Angaben der Polizeisprecherin Jahre zurück. Er ereignete sich im nahen Hofgeismar.

Ein merkwürdiger erster Advent

In der Kleinstadt Grebenstein, wozu das kleine Udenhausen mit seinen 1.150 Einwohnern seit 1972 gehört, spricht sich die Nachricht am Sonntag langsam herum. Der Bürgermeister der Stadt, der parteilose Danny Sutor, sagt auf dapd-Anfrage, er sei "bis ins Mark erschüttert und auch traurig, dass der Name der Stadt wegen solch einer Nachricht in die Schlagzeilen kommt". Sutor ist auch persönlich von dem Fall betroffen: Auf dem Weg zum Adventsbasar in Udenhausen kam er am Samstag am Fundort vorbei, kurz nachdem die Polizei dort eingetroffen war. "Ich bin ausgestiegen, weil ich sehen wollte, ob ich helfen kann." Dabei habe er das tote Baby gesehen", berichtet er.

Der Anblick wirkt auch am Sonntag noch nach. Von feierlicher Adventsstimmung könne für ihn keine Rede mehr sein, habe er der Pfarrerin in Udenhausen gesagt, erzählt Sutor. Er selbst habe die Nachricht beim Adventsbasar und beim Familiengottesdienst mit Krippenspiel am Sonntag in Grebenstein nicht verbreiten können.

Sutor warnte aber auch vor vorschnellen Schlüssen, wie das Baby zu Tode gekommen sein könnte. "Wir wissen nicht, welches Schicksal dahinter steckt", sagte der Bürgermeister.

In Udenhausen haben sich die Kirchgänger im Anschluss an den evangelischen Sonntagsgottesdienst schon über die traurige Nachricht ausgetauscht, wie die Pfarrerin berichtet. Die Menschen seien betroffen über den Fund der Babyleiche. "Das ist jetzt ein merkwürdiger erster Advent", sagt die Pfarrerin.

dapd

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