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Vierblättrige Kleeblätter werden zu Silvester häufig verschenkt - sie sollen im neuen Jahr Glück bringen.

Das hat es mit der Tradition auf sich

Neujahr: Warum ist der 1. Januar eigentlich ein Feiertag?

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München - Neujahr ist jedes Jahr ein Feiertag - doch warum eigentlich? Wir erklären, was es mit der Tradition auf sich hat.

 Update vom 23. August 2017: Dieses Jahr wird der Reformationstag zum 500. Mal gefeiert und alle Arbeitnehmer in Deutschland bekommen damit einen zusätzlichen freien Tag im Kalender. Wann der Termin ist und warum es ein gesetzlicher Feiertag ist, verraten wir Ihnen hier.

Feiertage sind für Arbeitnehmer ein Geschenk, über das wir uns alle immer wieder wie kleine Kinder freuen: Einen Tag ausschlafen, freie Zeit genießen, keinen Verpflichtungen nachgehen müssen. Auch Neujahr ist einer dieser Feiertage, an die wir uns gewöhnt haben – und auf den wir auch wirklich nicht mehr verzichten wollen. Denn die Vorstellung, direkt nach der Silvester-Party ins Büro gehen zu müssen, um hier die nächsten acht Stunden arbeiten zu dürfen, ist nicht gerade verlockend.

Wir nehmen diesen zusätzlichen freien Tag also dankend an. Aber haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum wir am 1. Januar, einen Tag nach Silvester, wirklich frei haben? Tatsächlich ist Neujahr nämlich ein Feiertag, der gar nicht so selbstverständlich ist, wie er uns erscheint.

Neujahr hat keinen religiösen Ursprung

Die meisten Feiertage in Deutschland gehen auf christliche Traditionen zurück: Ostern, Pfingsten und Weihnachten bescheren uns in jedem Jahr einige freie Tage. Einzelne Tage wie Allerheiligen, Heilige Drei Könige oder Mariä Himmelfahrt sind nur ein paar Beispiele von zusätzlichen gesetzlichen Feiertagen, die auf die Kirche zurückzuführen sind. In Bayern sind besonders viele kirchliche Feiertage anerkannt, in anderen Bundesländern sind es deutlich weniger. Grundsätzlich fällt die Regelung der Feiertage in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesländern. Neujahr wird allerdings bundesweit als Feiertag anerkannt, da er in allen deutschen Bundesländern als solcher festgelegt wurde.

Neujahr: Ein Feiertag aus dem alten Rom

Neujahr geht nicht auf einen religiösen, sondern vielmehr auf einen säkularen (weltlichen) Ursprung zurück und zwar auf einen Beschluss zu Zeiten des römischen Reichs: In der römischen Republik begannen die Konsuln ihre Amtszeit im Jahr 153 v.Chr. erstmals am 1. Januar. Zuvor fand der Amtsantritt der römischen Konsuln stets im März statt. In der späteren Kaiserzeit wurde der 1. Januar dann als Beginn des neuen Jahres gefeiert. Hier wünschte man sich gegenseitig ein glückliches neues Jahr und tauschte Geschenke aus. Diese waren meist süße Früchte oder Palmzweige, wurden in der Kaiserzeit allerdings wertvoller. Es wurde ausgedehnt gefeiert, gut gegessen und getrunken – und dies fing bereits am Tag zuvor an. In unserer heutigen Zeit haben sich die Feierlichkeiten nun schließlich vollkommen auf die Silvesternacht, also die Nacht vor Neujahr, verlagert.

Neujahr: Wirklich kein kirchlicher Feiertag?

Im Feiertagsgesetz des Freistaats Bayern ist das Neujahrsfest als israelitischer Feiertag festgelegt. Er zieht sich über zwei Tage hinweg und spricht „bekenntniszugehörige Schüler und Arbeitnehmer“ von der Schule beziehungsweise ihrer Arbeit frei. Dies wird im bayerischen Feiertagsgesetzt zwar auch als „Neujahrsfest“ bezeichnet, meint aber die Zeit um den jüdischen Jahresbeginn, der sich nach dem Mondkalender richtet. Dieses findet bereits immer in den Herbstmonaten statt. Laut dem Zentralrat der Juden in Deutschland ist Neujahr der „Tag der Erinnerung“, der an den Bund erinnern soll, der laut dem jüdischen Glauben zwischen Gott und Israel geschlossen wurde.

Ein beliebter Brauch bei Juden am Neujahrsfest ist es im Übrigen, einen mit Honig bestrichenen Apfel zu essen, der als Symbol für ein süßes und gutes neues Jahr gelten soll. Dies erinnert auch an die Art der süßen Geschenke, die sich die Römer zu Neujahr machten, um sich damit Glück zu wünschen.

Der 1. Januar gilt also vielerorts als jüdischer Feiertag und soll auf die Beschneidung Jesu zurückgehen. Diese soll gemäß der Erzählung am achten Tag nach Jesu Geburt, also am 1. Januar, stattgefunden haben. Aus diesem Grund wird Neujahr heute auch noch von einigen anglikanischen, orthodoxen, altkatholischen und evangelischen Kirchen gefeiert. In der katholischen Kirche war der Neujahrstag lange Zeit als „Tag der Beschneidung und Namensgebung Jesu“ anerkannt. Seit ungefähr 1965 wird er nun allerdings als „Hochfest der Gottesmutter“ gefeiert und soll unter dem Gedanken des Weltfriedens stehen.

Neujahr in verschiedenen Ländern: So feiern Menschen auf der ganzen Welt

In Europa unterscheiden sich besonders die Gebräuche an Silvester. So feiern Menschen in südlichen Ländern teilweise ganz anders in das neue Jahr hinein, als es im Norden der Fall ist. Viele alte Bräuche und Traditionen werden hier besonders zelebriert. Grundsätzlich beschränken sich im westlichen Raum die Feierlichkeiten allerdings auf den 31. Dezember, der Neujahrstag gilt meist als Feier- und Ruhetag.

So wird das neue Jahr in Indien begrüßt.

Ganz anders als in Europa wird in Indien Neujahr gefeiert: Denn die Menschen begrüßen, bedingt durch verschiedene Kulturen und Bräuche, zu ganz unterschiedlichen Terminen das neue Jahr. In manchen Regionen begrüßt man das Neue Jahr im Frühling, andere feiern im Oktober oder November. Trotzdem wurde der 1. Januar als Neujahrstag auch hier adaptiert, als landesweiter Feiertag festgelegt und mit bunten Blumen, Geschenken und Festen gefeiert

Das chinesische Neujahr findet bekanntermaßen erst einige Tage später statt als unser europäisches. In diesem Jahr fällt es auf den 28. Januar und läutet das Jahr des Hahns ein. Außerdem beschränkt man sich in der chinesischen Kultur nicht nur auf einen einzigen Tag, sondern feiert nach Brauch ganze 15 Tage lang das sogenannte „Frühlingsfest“. Frei haben die Chinesen in dieser Zeit allerdings nur an sieben Tagen, die sich aus drei gesetzlichen Feiertagen und zwei Wochenenden zusammensetzen.

Neujahr fällt 2017 auf einen Sonntag

So schön es auch ist, dass Arbeitnehmer bundesweit am 1. Januar nicht zur Arbeit müssen, ist das in diesem Jahr leider nicht wirklich von großer Bedeutung. 2017 fällt Neujahr nämlich zum Ärgernis der Arbeitnehmer auf einen Sonntag und bringt damit keinen zusätzlichen freien Tag mit sich.

Was Sie über Christi Himmelfahrt wissen müssen, erfahren Sie hier.

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