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Papst Benedikt XVI.

Neujahrsmesse

Papst ruft zum Frieden auf

Vatikanstadt - Papst Benedikt XVI. hat sich in seiner Neujahrspredigt im Petersdom gegen Ungleichheit, Egoismus und einen ungeregelten Finanzkapitalismus ausgesprochen.

Papst Benedikt XVI. hat sich in seiner Neujahrspredigt im Petersdom gegen Ungleichheit, Egoismus und einen ungeregelten Finanzkapitalismus ausgesprochen. Angesichts solcher Spannungen und zahlreicher Konfliktherde rief der 85-Jährige Pontifex zum Frieden in der Welt auf. Nach dem traditionellen Gottesdienst am Neujahrsmorgen wurde der Papst von rund 10 000 Gläubigen auf dem Petersplatz begrüßt. Benedikt überbrachte seine Neujahrsgrüße - auch über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Gott, der Herr, segne und beschütze euch in diesem neuen Jahr.“

Nach einem Friedensmarsch hatten sich Gläubige auf dem Platz vor dem Petersdom versammelt und an 18 weltweite Konflikte erinnert - darunter in Syrien, wo seit fast zwei Jahren ein Bürgerkrieg wütet; in Afghanistan, wo die Taliban weiter internationale Truppen und Afghanen bekämpfen, und in Nigeria, wo die radikalislamische Boko Haram seit 2010 Schätzungen zufolge 1400 Menschen - darunter zahlreiche Christen - getötet hat. In etwa 650 Städten weltweit hatten Menschen an die Konflikte erinnert.

„Jedem Menschen ist der Wunsch nach Frieden wesenseigen und deckt sich in gewisser Weise mit dem Wunsch nach einem erfüllten, glücklichen und gut verwirklichten Leben“, sagte das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken bei seiner Predigt im Petersdom. Er sei überzeugt, „dass die vielfältigen Werke des Friedens, an denen die Welt reich ist, die angeborene Berufung der Menschheit zum Frieden beweisen“. Am 1. Januar 1967 hatte sich Papst Paul VI. erstmals mit einer Friedensbotschaft an die Regierenden in aller Welt gewandt und darin den Neujahrstag zum Weltfriedenstag erklärt.

Zum Jahresende hatte Benedikt in seiner Vesper am Montagabend die Gläubigen an das Gute in der Welt erinnert. Er betonte die Notwendigkeit, sich immer wieder vor Augen zu führen und darüber nachzudenken, „dass es trotz allem in der Welt immer noch Gutes gibt“. „Zuweilen ist es freilich schwer, diese tiefe Wahrheit zu erfassen, weil das Böse mehr Lärm macht als das Gute“, sagte er.

Für den Vatikan ist ein turbulentes Jahr zu Ende gegangen, in dem die Enthüllungsaffäre „Vatileaks“ internationales Aufsehen erregt hatte. Kurz vor Weihnachten hatte der Papst seinen wegen Diebstahls vertraulicher Dokumente verurteilten früheren Kammerdiener begnadigt.

Im ersten Halbjahr 2013 wird die vierte Enzyklika von Benedikt XVI. erwartet. Im Juli soll der Papst am Weltjugendtag in Brasilien teilnehmen, dem Land mit der weltweit größten katholischen Bevölkerung. Im Oktober soll er an einem Tag eine Rekordzahl von 802 Heiligsprechungen vollziehen.

dpa

 

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