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Ob Schornsteinfeger oder Kleeblatt: Glückwünsche zu Neujahr sind super für die Beziehung, sagt der Glückforscher Karlheinz Ruckriegel.

Neujahrswünsche

Forscher: Glückwünsche zu Neujahr sind Beziehungskitt

Berlin - Vierblättrige Kleeblätter oder Mini-Schornsteinfeger - zu Neujahr gehören Symbole und Glückwünsche oft dazu. Aber kann ein Terroranschlag das Glücksgefühl trüben?

Beim Blumenhändler stehen sie schon: Die Blumentöpfchen mit grünem Klee und einem Schornsteinfeger-Püppchen. Für Glückforscher Karlheinz Ruckriegel, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Nürnberg, steckt hinter der Symbolik ein Stück Sozialgeschichte.

Woher kommt die Tradition, sich zu Neujahr viel Glück zu wünschen?

Diese Tradition ist uralt und gilt weltweit. Andere Länder und Kulturen mögen andere Kalender haben - aber der Zeitpunkt des jeweiligen Neujahrs ist immer relevant für diese Glückwünsche. Dabei geht es um etwas zutiefst Menschliches. Wir möchten damit ausdrücken, dass wir anderen etwas Gutes wünschen. Und auch etwas, das unser Zusammenleben positiv beeinflusst. Das ist meist nicht nur ein Spruch, das ist sehr ehrlich gemeint. Wir Menschen sind auf dieser Erde das sozialste Wesen. Und uns liegt sehr an Kooperation und an gelingenden sozialen Beziehungen, sonst wären wir nicht so weit gekommen. Das steckt in unserer DNA. Allerdings kann diese gute Anlage überschrieben werden - zum Beispiel durch die Sozialisierung und Manipulationen wie Feindbilder.

„Glück ist das letztendliche Ziel im Leben eines Menschen.“

Wann gibt es die frühesten Belege für diese soziale Komponente?

Es gibt eine goldene Regel, die meines Wissens das erste Mal im fünften vorchristlichen Jahrhundert fixiert ist. Dort steht, dass man andere so behandeln soll, wie man selbst gern behandelt werden möchte. Wir wünschen uns Glück - und deshalb wünschen wir es auch anderen. Aristoteles hat schon im vierten Jahrhundert vor Christus gesagt: Glück ist das letztendliche Ziel im Leben eines Menschen.

Welche Form von Glück hat er gemeint?

Dass man sich wohl fühlt im Leben. Die Regeln für ein tugendhaftes Leben gab es gleich dazu: Gerechtigkeit, Mäßigung, Tapferkeit und Weisheit. Die christliche Lehre hat das um Glaube, Liebe und Hoffnung ergänzt.

„Der Schornsteinfeger hat das Wohlbefinden zurückgebracht.“

Und wofür stehen Glücksbringer, die zu Silvester verschenkt werden?

Das sind Überbleibsel eines früher weit verbreiteten Aberglaubens. Auch diese Tradition ist ewig alt, kulturübergreifend und auch religionsübergreifend. Mit dem Skarabäus gab es Glücksbringer schon im alten Ägypten - 3000 vor Christus. Ein vierblättriges Kleeblatt kommt selten vor - in unserer Kultur steht es deshalb für den Wunsch nach Zufallsglück. Schweine waren bei uns früher ein Zeichen für Wohlstand und Reichtum. Sie stehen für den Wunsch, das zu erreichen. Und wenn früher der Kamin verstopft war, dann konnte man nicht kochen und es war kalt. Der Schornsteinfeger hat das Wohlbefinden zurückgebracht.

Kann ein Terroranschlag wie in Berlin das Glücksempfinden trüben?

Unser Wohlbefinden hängt auch stark von unserem Sicherheitsgefühl ab. Wie lange und wie intensiv der Schock des Terroranschlags in Berlin nachwirkt, wird wohl entscheidend davon abhängen, wie die Politik darauf reagiert.

dpa

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