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Gardasee-Dürre: Insel zu Fuß erreichbar – Wasserpegel auf „historischem Tiefstand“

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Von: Martina Lippl

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Extreme Dürre am Gardasee: Bei Sirmione ist die berühmte Insel Isola di San Biagio zu Fuß erreichbar.
Extreme Dürre am Gardasee: Bei Sirmione ist die berühmte Insel Isola di San Biagio zu Fuß erreichbar. © Dominik Bartl

Der Gardasee in Italien leidet an den Folgen der Trockenheit. In Sirmione ist eine Insel zu Fuß erreichbar. Plötzlich tauchen neue Strände an den Ufern auf. Es fehlt an Regen.

Sermione – Für sein tiefblaues Wasser ist der Gardasee – Lago di Garda – in Italien bekannt. Doch der Gardasee leidet unter Wassermangel. Die extreme Hitzewelle im Sommer ist zwar vorbei, doch die Folgen der Dürre bleiben sichtbar. Felsenformationen tauchen unwirklich am Ufer auf. Der Wasserpegel ist fast so niedrig wie im August. Dabei ist November. Es fehlt seit Monaten an Regen.

Gardasee-Dürre nach Hitzesommer: Insel zu Fuß erreichbar

Die berühmte Insel der Hasen – Isola dei Conigli bekannt auch als Isola di San Biagio – bei Sirmione ist keine Insel mehr. Über einen Landstreifen ist die ehemalige Insel zu Fuß bequem erreichbar. Urlauber und Touristen zieht dieses seltene Phänomen an. Für Einheimische ist es ein riesiges Problem. Der Wasserstand in Sirmione ist extrem niedrig – aktuell bei 15 Zentimeter – normalerweise liegt er bei 1 Meter. Stege hängen in der Luft. Die Boote in den Häfen liegen niedriger als die Treppen. Große Schiffe können nicht mehr anlegen. Fährverbindungen wurden teilweise eingestellt. Im Sommer sorgten der Zoff um das Gardasee-Wasser für Aufsehen. Nun wachsen die Sorgen.

Gardasee-Wasserpegel auf „historischem Tiefstand“

Aktuell liegt der Wasserpegel am Gardasee bei 33,8 Zentimeter – Stand 9. November. Vergangenes Jahr im November lag der Wert bei 95 Zentimeter. Jetzt sind es mehr als 60 Zentimeter weniger. Schon im Oktober schrillten die Alarmglocken bei einem Pegel von 25 Zentimeter und damit 60 Zentimeter als vor einem Jahr. Erinnerungen an eines der schlimmsten Jahre werden wach: Nur im Jahr 2003 lag der Wasserpegel noch tiefer.

Doch die Lage im Dürre-Jahr 2022 verschärft sich – in ganz Italien. Keine Entspannung ist bei der Wasserkrise in Sicht. „Die anhaltende Dürre in diesem Jahr wird sich wahrscheinlich auch auf das nächste auswirken“, teilt die für den Fluss Po zuständige Behörde bereits im Oktober mit.

Italien leidet unter Wassermangel

Die Behörde weist auf die „sehr schlechte Situation“ und die „historischen Tiefständen“ an den Alpenseen hin. Die Reserven am Gardasee seien schlecht gefüllt. Lago Maggiore, Comer See und Iseo-d‘Idro-See stehen demnach allerdings noch schlechter da. Die Prognosen für den Fluss Po sehen düster aus. Nach der schlimmste Dürre in 70 Jahren bleibt zunächst der Regen im November aus. Dazu sind am Gardasee die Temperaturen mit über 13 Grad viel zu warm für die Jahreszeit. Normalerweise sollte es im November um die fünf Grad sein und auch am Tag viel regnen. Am kommenden Wochenende (12. und 13. November) sind Maximalwerte von 20 Grad und Sonne angesagt. Aussichten auf kräftigen Niederschlag gibt erst am Mittwoch. (ml)

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