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Die Mädchen wurden Mitte April verschleppt.

223 in der Gewalt von Islamisten

Nigeria: Hoffnung für verschleppte Schülerinnen

Abuja - Die Terrorgruppe Boko Haram schlägt wieder zu. Am Dienstag gibt es viele Tote. Für die vor einem Monat entführten Schülerinnen gibt es indessen ein klein wenig Hoffnung.

Bei Angriffen der Terrorgruppe Boko Haram auf Polizeistationen und Militärposten im Norden Nigerias sind am Dienstag Dutzende Menschen getötet worden. Mach unterschiedlichen Angaben starben zwischen 45 und 35 Menschen, die meisten von ihnen Angehörige der Sicherheitskräfte. Auch zehn Zivilisten seien ums Leben gekommen, berichtete die Zeitung „Vanguard“. Die „Nigeria Tribune“ berichtete von 24 getöteten Soldaten und 21 Toten in den Reihen der Polizei. Über eventuelle Opfer in den Reihen der Terrorgruppe lagen keine Angaben vor.

Nach Darstellung der „Nigerian Tribune“ waren Angehörige der Boko Haram auf Lastwagen und Motorrädern in den Ort Buna Yadi im Bundesstaat Yobe eingedrungen. Nach schweren Schießereien hätten sie auf einem Stützpunkt neben einem Panzer eine Reihe von Militärfahrzeugen erbeutet.

Aus dem Bundesstaat Borno verlautete, Scharfschützen der Boko Haram hätten sich rund um den Ort Maiduguri in Bäumen und Büschen auf die Lauer gelegt und dort zahlreiche Fahrzeuge unter Beschuss genommen.

Boko Haram ist seit 2009 verantwortlich für den Tod Tausender Menschen in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Die islamistische Organisation, die auch Kontakte zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern haben soll, will im muslimischen Norden Nigerias einen fundamentalistisch-islamischen Staat errichten.

Für Aufsehen sorgte die Terrorgruppe mit der Entführung von über 200 Schülerinnen in der Stadt Chibok im Nordosten des Landes Mitte April. Die Islamisten drohen, die Mädchen zu verkaufen, wenn die Regierung gefangene Gruppenmitglieder nicht freilasse.

Das nigerianische Militär kennt unterdessen nach neuesten Angaben den Aufenthaltsort der Mädchen, kann aber aus Sorge um die Sicherheit der Schülerinnen nicht angreifen. „Was passiert, wenn wir mit Gewalt vorgehen? Sie werden sie töten“, betonte Generaloberst Alex Badeh in Abuja. „Niemand soll sagen, das nigerianische Militär wisse nicht, was es tut. Wir können nicht losziehen und sie bei dem Versuch, sie zu retten, töten“, so der Armeechef zum Schicksal der Mädchen.

Präsident Goodluck Jonathan hat bisher öffentlich jegliche Verhandlung mit den Entführern abgelehnt. Allerdings war nach lokalen Medienberichten vergangene Woche eine hochrangige Kommission der Regierung im Bundesstaat Borno, die angeblich auch Verhandlungsoptionen mit den Terroristen prüfen sollte. Medienberichte über bereits laufende Verhandlungen wurden dementiert.

dpa

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