Offenbar Deutscher in Nigeria entführt

Berlin - In Nigeria ist möglicherweise ein Deutscher verschleppt worden. Das Auswärtige Amt gehe zurzeit Hinweisen auf die Entführung eines deutschen Staatsbürgers nach, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Ein Sprecher des Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger Berger teilte am Abend mit, es gebe Hinweise, dass es sich um einen nach Nigeria entsandten Mitarbeiter handeln könnte. Man stehe mit den Behörden in Kontakt.

Der Konzernsprecher bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des “Mannheimer Morgens“. Das Auswärtige Amt erklärte, Ministerium und Botschaft arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falles. Man sei “mit allen relevanten Stellen“ im Kontakt.

Nach Informationen des US-Nachrichtensenders CNN wurde der Mann in der jüngst von Terroranschlägen erschütterten Millionenstadt Kano im Norden des Landes verschleppt. Er habe für einen Baukonzern gearbeitet. Es gebe bislang aber noch keine Hinweise darauf, ob die Entführung auf das Konto von Kriminellen oder der radikalislamischen Sekte Boko Haram gehe, wurde ein örtlicher Polizeisprecher zitiert. Bei Anschlägen der Sekte waren am vergangenen Wochenende mehr als 190 Menschen getötet und viele andere verletzt worden.

Laut “Mannheimer Morgen“ wurden schon in der Vergangenheit mehrere Bilfinger-Mitarbeiter in Nigeria entführt, zwischen 2005 und 2008 habe es allein vier Fälle gegeben. Alle seien unversehrt wieder freigelassen worden. Über den Ablauf der Freilassungen seien stets keine Angaben gemacht worden.

Nigeria ist dem Bericht zufolge seit Jahrzehnten ein wichtiger Bilfinger-Markt, gebaut wurden demnach unter anderem Straßen und Fußballstadien. Bilfinger-Chef Roland Koch habe zuletzt jedoch angekündigt, die Aktivitäten dort deutlich zurückzufahren.

dpa

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