Gutachter eingeschaltet

Pädophilie-Vorwurf: BKA nimmt Studie von Homepage

Wiesbaden - Das Bundeskriminalamt hat eine Studie von seiner Homepage entfernt, die womöglich Pädophilie verharmlost. Das Gutachten werde zunächst nochmal geprüft.

Der 15. Band der BKA-Schriftenreihe mit dem Titel "Sexualität, Gewalt und psychische Folgen" solle nun von einem externen Wissenschaftler begutachtet werden, wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf die Behörde am Sonntag vorab in München mitteilte. Bis zum Abschluss dieser Prüfung werde kein Download der Schrift möglich sein.

Autor der knapp 800 Seiten starken und 1983 erschienen Studie ist Michael C. Baurmann. Der Psychologe war bis zu seiner Pensionierung Wissenschaftlicher Direktor am BKA. Von 1985 bis 1990 war er Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität, die dem "Focus" zufolge "einvernehmliche sexuelle Handlungen" mit Kindern legalisieren will.

In dem Werk kritisiert Baurmann, dass "unsere Kinder tatsächlich zu wenige Lernerfahrungen im sexuellen Bereich sammeln können". Mehrere Vordenker der Pädophilenbewegung werden distanzlos zitiert. Darunter der Niederländer Frits Bernard, der behauptet, Kinder erlebten Sex mit Erwachsenen oft positiv.

Baurmann sagte auf "Focus"-Anfrage, er habe nie gefordert, Sex mit Kindern zu erlauben. Das "Machtgefälle" verbiete so etwas generell. Die Studie propagiere keine pro-pädophile Ideologie.

AFP

Rubriklistenbild: © BKA Screenshot der Homepage www.bka.de

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