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Der Franzose Patrick Modiano erhielt den Nobelpreis für Literatur.

Verleihung in Stockholm und Oslo

Nobelpreise 2014: Das sind die Gewinner

Oslo - Ein mutiges Mädchen, ein Erinnerungskünstler, ein Deutscher und ein norwegisches Ehepaar haben die Nobelpreise 2014 bekommen. Die Feiern boten emotionale Reden, einen Rekord und gleich mehrere Premieren.

In Stockholm und Oslo sind am Mittwoch die diesjährigen Nobelpreise überreicht worden. Als jüngste Preisträgerin der Geschichte nahm die pakistanische Kinderrechtlerin Malala Yousafzai den Friedensnobelpreis in der norwegischen Hauptstadt entgegen. Sie sei sehr stolz, die erste Pakistani und die erste Jugendliche zu sein, die den Nobelpreis bekomme, sagte die 17-Jährige. In Stockholm überreichte Schwedens König Carl XVI. Gustaf am Nachmittag die Nobelpreise für Literatur, Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaft. Den Literaturpreis 2014 bekam der Franzose Patrick Modiano (69) für seine „Kunst der Erinnerung, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen“ habe.

Unter den Stockholmer Preisträgern war auch ein Deutscher: Der Göttinger Forscher Stefan Hell wurde mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt. Gemeinsam mit den US-Amerikanern Eric Betzig und William Moerner nahm der Physiker die Auszeichnung für die Erfindung superauflösender Mikroskope entgegen. Der 51-Jährige forscht am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Die mit je rund acht Millionen schwedischen Kronen (rund 860 000 Euro) dotierten Auszeichnungen werden traditionell am Todestag ihres Stifters, des schwedischen Industriellen Alfred Nobel verliehen.

Die 17-jährige Malala Yousafzai bekam den Friedensnobelpreis gemeinsam mit dem Inder Kailash Satyarthi. Er setzt sich in seiner Heimat gegen Kinderarbeit ein. „Es gibt keine größere Gewalt als unseren Kindern ihre Träume zu verwehren“, sagte der 60-Jährige.

Gestört wurde die Feier durch einen jungen Mann, der die Bühne während der Preisübergabe mit einer mexikanischen Flagge stürmte. Der Mann wurde abgeführt. Vor dem Konzerthaus in Stockholm wurde laut schwedischen Medien zudem während der Feier ein nackter Mann aufgegriffen.

Bewusst gehe der Preis an einen älteren Mann und ein junges Mädchen, einen Inder und eine Pakistani, einen Hindu und eine Muslimin, sagte der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Thorbjørn Jagland. Über Yousafzai sagte er: „Ihr Mut ist nahezu unbeschreiblich.“

Die 17-jährige selbst erklärte in ihrer berührenden Rede: „Mir ist aufgefallen, dass Menschen mich ganz unterschiedlich beschreiben.“ Manche nennen sie „das Mädchen, das von den Taliban angeschossen wurde“, andere Nobelpreisträgerin. „Soweit ich weiß, bin ich einfach nur eine engagierte und sture Person, die eine gute Ausbildung für alle Kinder (...) und Frieden in jeder Ecke der Welt sehen will.“

Yousafzai war mit ihrem Kampf für die Rechte von Mädchen insbesondere auf Bildung weltberühmt geworden, nachdem ihr die Taliban vor zwei Jahren bei einem Anschlag ins Gesicht geschossen hatten.

Ein besonderer Moment in Stockholm war die Verleihung des Medizin-Nobelpreises an das Forscher-Ehepaar May-Britt und Edvard Moser für die Entdeckung eines Navis im Gehirn. Mit ihnen bekamen nicht nur zum ersten Mal Norweger den Medizin-Preis. Die Mosers sind zudem erst das vierte Paar, das gemeinsam mit einem Nobelpreis geehrt wird. Sie teilen ihn mit dem US-Amerikaner John O'?Keefe.

dpa

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